Das Schloss Beuggen hat den Besitzer gewechselt. Alexander Schwabe und Franziska Tanner von der Lörracher Eventgastro GmbH haben den Kauf des historischen Ensembles am Rhein bestätigt. Der Zeitung lagen bereits im Frühjahr entsprechende Informationen zu einem Verkauf vor, der bisherige Besitzer Kai Flender wollte sich damals jedoch nicht äußern. Der Tiengener Architekt hatte Beuggen 2016 von der evangelischen Landeskirche gekauft und wollte das Ensemble zu einer „Marke“ machen, wie er stets betonte.

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Beliebt bei Hochzeiten

Auf Schloss Beuggen sollen weiterhin Events wie Hochzeiten, kulturelle Veranstaltungen wie auch öffentliche Anlässe stattfinden, teilen am Freitag die neuen Eigentümer mit. Auch die Geschichte des Ensembles am Rhein soll stärker in den Fokus rücken. Das zukünftige Besitzerpaar freue sich sehr auf die Umsetzung seiner Pläne: „Das direkt am Rhein gelegene Ensemble vereint die Themen, die uns begeistern. Geschichte, Events und Natur. Wir wollen diese drei Schlagworte zusammenführen und damit Leben ins und ums Schloss bringen.“

„Zauberhafte Liegenschaft“

Dass die Anlage durch Kai Flender in den heutigen Zustand gebracht wurde, mache es erst möglich, „solch eine zauberhafte Liegenschaft zu betreiben“. Denn, so Schwabe gegenüber der Zeitung, aktuell seien viele Schlösser auf dem Markt und er habe sich auch viele angesehen. „Bei den meisten sind jedoch die Zimmer zu klein.“ Franziska Tanner, Fachfrau für Marketing und Eventmanagement, und Alexander Schwabe, ausgebildeter Restaurant-Fachmann, Hotelier und Landwirt, hätten sich im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn auf den Rundum-Service für Events aller Art spezialisiert.

Auf dem Röttlerhof in Lörrach-Haagen und zuvor aus früheren Tätigkeiten hätten sich die neuen Besitzer in diesem Bereich etablieren können und freuen sich nun, die Möglichkeiten auf Schloss Beuggen zu bespielen. Ob sie dies gemeinsam mit dem bisherigen Restaurantpächter tun werden, ließ Schwabe am Freitag offen. „Wir stehen noch ganz am Anfang.“

Auch Gartenmesse bleibt

Tanner und Schwabe aber sind ein eingespieltes Team. „Wir haben gemeinsam schon 1031 Hochzeiten gemacht“, sagt Schwabe. Eine Zahl, auf die er stolz sei – und auch Schloss Beuggen ist für Hochzeiten bekannt. Ebenso wie für die Diga (Die Gartenmesse), die auch unter dem neuen Eigentümer stattfinden wird. Der Öffentlichkeit Zugang zum Schloss gewähren, das wollten Schwabe und Tanner „noch vermehrt“.

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Wichtig sei den beiden zu erwähnen, dass sie sich auf gepflegte Events fokussieren wollen. „Das historische Schloss inmitten einer wundervollen Anlage, bestehend aus Gebäuden aus verschiedensten Epochen, blicken zurück auf 800 Jahre Geschichte, die wir weitererzählen wollen“, so Alexander Schwabe. „Wir stehen erst am Anfang der Recherchen, die wir diesbezüglich noch betreiben wollen. Eins unserer Ziele ist es, diese Geschichte sicht- und greifbar zu machen.“

Sitz des Deutschen Ritterordens

Das ehemalige Wasserschloss am Rhein in Rheinfelden wurde im 13. Jahrhundert vom Deutschen Ritterorden fertig gebaut und diente fünf Jahrhunderte als Sitz des Ordens. Von 1820 an war es ein christliches Kinderheim und Lehrerseminar.

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Seit Mitte der 1980er Jahre war Schloss Beuggen evangelische Tagungs- und Begegnungsstätte. 2014 fasste die Synode der Evangelischen Landeskirche Baden den Beschluss, sich aus finanziellen Gründen von der Liegenschaft zu trennen. Um eine unangemessene Nachnutzung auszuschließen, wurden gewisse vertragliche Absicherungen getroffen: Das Baudenkmal, die kirchliche Nutzung sowie der öffentliche Zugang sollten erhalten bleiben.

Lösung ist auch „gut für die Stadt“

Diese drei Punkte waren der Stadt bei dem Betreiberwechsel wichtig, sagt Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Er zeigt sich gegenüber der Zeitung erleichtert, „dass diese Perle am Hochrhein wieder eine Zukunft hat“. Im vergangenen Sommer sei klar gewesen, dass „es in der Form nicht weiter geht.“ Es habe auch Interessenten aus dem kirchlichen Umfeld gegeben, sowohl aus Deutschland als auch aus der Schweiz. „Aber die preislichen Vorstellungen waren nicht vereinbar.“ Schließlich habe der bisherige Besitzer auch einiges investiert.

Die nun gefundene Lösung mit dem Unternehmerpaar aus Lörrach sei „gut für Schloss Beuggen und gut für die Stadt“. Denn die neuen Betreiber müssten auch die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Schlosses sicherstellen. Auch würden Schwabe und Tanner sicherlich „anders als der Vorgänger“ agieren. Mit Kai Flender habe es durchaus Schwierigkeiten gegeben, zum Beispiel habe er keine Hochzeiten mehr auf dem Schloss gewollt, so der OB. „Dabei war das ein beliebter Ort zum Heiraten.“ Es sei schlecht, „wenn so ein wertvoller Ort durch Fehlentscheidungen in Misskredit gebracht wird“. Durch die Neuorientierung werde nun „der Charakter als öffentlicher Ort gestärkt“.

„Wir empfinden es als großes Glück, Schloss Beuggen bespielen zu dürfen, wir wollen zur ehrenwerten Anlage und der langen Historie Sorge tragen“, so Franziska Tanner in der Pressemitteilung. „Die Lage mitten in der Natur und direkt am Rhein macht Schloss Beuggen zu einem einmaligen Ort. Wir sind sehr naturverbunden und entsprechend wollen wir diese Einzigartigkeit auch pflegen und in die Zukunft führen.“ Gleichzeitig vollziehe sich der Besitzerwechsel auf dem Röttlerhof in Lörrach-Haagen, der bisher im Eigentum von Alexander Schwabe war und nun von einer Familie aus Riehen übernommen wurde.