Bislang hat die Stadt das Frühlingsfest am Tutti Kiesi selbst veranstaltet, was einen hohen Verwaltungsaufwand mit sich brachte samt fehlender Kostendeckung. Nun hat der Gemeinderat auf Vorschlag der Stadt entschieden, dass mit diesem Fest ebenso verfahren wird, wie mit den anderen: Veranstalter können den Festplatz auch im Frühling selbst buchen. Regionale Schausteller haben deshalb einen Alarm-Brief verschickt.

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Im Herbst und Frühling locken zahlreiche Buden und Fahrgeschäfte. Jahrzehntelang hat die Stadt das Frühlingsfest selbst organisiert. Weil sich dies aber als unwirtschaftlich darstellt und zudem Mitarbeitende bindet, wird die Verwaltung künftig nicht mehr als Veranstalter auftreten, sondern den Platz vermieten.

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Das hat die Schaustellerfamilie Gierens aus Weil am Rhein auf den Plan gerufen, die sich per E-Mail an die Gemeinderäte und die Verwaltung gewandt hat. „Seit 55 Jahren beschicken wir das Rheinfelder Frühlingsfest mit unseren Karussells und einem Süßwarenstand“, heißt es in dem Schreiben, das der Zeitung vorliegt. Wenn nun die Stadt nicht mehr Veranstalter ist, befürchtet das Unternehmen eine Privatisierung. Es könne nicht angehen, dass Mitbewerber – also Schaustellerkollegen –, die selbst ein wirtschaftliches Interesse haben über die Zulassung ihrer Kollegen entscheiden dürfen.

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„Man wäre der Willkür anderer Schausteller ausgeliefert“, heißt es in dem Schreiben weiter. Es sei auch zu bedenken, dass die Kosteneinsparung durch eine Privatisierung des Frühlingsfestes nur sehr gering sein könne, da es sich lediglich um etwa 20 Betriebe handele von denen 17 Stammbeschicker seien, die immer den gleichen Standplatz beziehen und denen die Verträge an die immer gleiche Adresse geschickt würden. Auch der deutsche Schaustellerbund hat dazu ein Positionspapier verfasst, dass vor einer „Preisspirale“ warnt, wenn private Veranstalter anstelle von Kommunen diese Feste durchführen.

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Karin Reichert-Moser (Freie Wähler) schlug als Kompromiss vor, dass die Stadt bei den Vermietungen darauf achten solle, dass regionale Schausteller „gebührend“ Beachtung finden. Dem folgten Verwaltung und Gemeinderat. Neu ist außerdem, dass die Stadt ab sofort Gebühren für die Auf- und Abbautage erhebt. So werden künftig bei Großveranstaltungen 50 Euro pro Auf- und Abbautag fällig, bei kleineren Festen sind es 25 Euro. An den Platzmieten ändert sich hingegen nichts. Bei Großveranstaltungen, wie dem Frühlings- und Herbstfest beträgt die Tagesmiete 200 Euro, Zirkusbetriebe bis 1000 Sitzplätze zahlen 75 Euro, größere Betriebe 150 Euro.