Es war ein besonderer Start in einen ungewöhnlichen Kulturherbst: Andrea Volk zeigte mit ihrer Büro-Satire „Feier-Abend“ am Donnerstag vor 120 Zuschauern im Rheinfelder Bürgersaal, dass Kabarett auch in Corona-Zeiten bestens funktionieren kann. „Danke, das tut mir so gut“, freute sich die Kabarettistin über die vielen Lacher und den großen Applaus, mit dem das Publikum ihren Auftritt quittierte.

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Sehr umsichtig in den Schutzmaßnahmen hat das Kulturamt-Team diese erste Kulturveranstaltung im Saal seit mehr als einem halben Jahr organisiert. Bürgermeisterin Diana Stöcker und Kulturamtsleiterin Henrike Fuder standen am Eingang und verteilten Informationen über die Abstands- und Hygieneregeln. Im Foyer konnte man die Registrierungs-Kärtchen ausfüllen. Im Saal verteilten sich die Zuschauer auf die zugewiesenen Plätze, die aufgrund der Abstände frei bleibenden Sitze waren mit Fähnchen markiert. Die Mund-Nasen-Masken konnte man auf den Plätzen abnehmen.

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Das Sicherheitskonzept überzeugte die Besucher vollauf. Er habe den Eindruck, dass genügend Vorsorge getroffen werde, so dass man gut herkommen könne, sagte Fritz Grässlin, der Abonnent von „Kabarett im Bürgersaal“ ist und es unterstützenswert findet, dass es wieder Kultur gibt. Auch Ursula Schwendemann, die mit ihrem Ehemann zu den treuen Kabarettbesuchern gehört, hat das Live-Erlebnis sehr vermisst: „Es muss ja weitergehen mit der Kultur. Da fehlt einem schon etwas.“ Ein Paar, das im Frühsommer die Auto-Comedy im Tutti-Kiesi besucht hat, ist gespannt auf das Saalkabarett: „Humor tut gut in diesen Zeiten.“ Jörg Hinderer findet die Schutzmaßnahmen mit dem „klaren Leitsystem“ und der Sitzplatz-Regelung sehr gut gelöst.

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Bei ihrem 75-Minuten-Auftritt ohne Pause schafft es Andrea Volk, das Publikum „abzuholen“. Sie freut sich, dass so viele gekommen sind, „um endlich mal wieder zu lachen“.

Einstieg mit Corona-Thema

Volk steigt mit dem Corona-Thema ein, erzählt vom Maskentragen bei der Anreise im Zug, geht auf die Corona-Verordnungen ein und auf Verschwörungstheoretiker wie den veganen Koch „Ayatollah Hiltmann“. Und sie bringt das Beispiel einer Freundin, die während des Lockdown „Homeoffice und Homeschooling“ stemmen musste.

Viel Applaus für Andrea Volk

Und schon ist Andrea Volk bei ihrem eigentlichen Programm: dem entlarvenden Einblick in den Arbeitsalltag in einem Großraumbüro. Ein Schreibtisch mit Aktenordnern und ein Bürostuhl bilden die Kulisse für ihre mitten aus dem Arbeitsleben gegriffene Realsatire. Viele können sich in einer der Situationen wiederfinden, die Andrea Volk so witzig und treffend aufs Korn nimmt. Mit ihrer frechen Satire aus der „Büro-Hölle“ traf die Kabarettistin offenbar einen Nerv, wie die vielen Lacher und der große Applaus deutlich machten. Gerade in diesen Krisenzeiten, so meinte Andrea Volk, könne Kabarett eine andere Wertigkeit und Bedeutung erhalten.

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