Der Grünen-Ortsverband Rheinfelden hat zu seinem ersten grünen politischen Aschermittwoch ins Netz eingeladen. „Die Fasnacht ist eigentlich vorbei, aber der politische Aschermittwoch ist eine schöne Verlängerung“, begrüßte Ortsverbandsvorsitzender Jörg Moritz-Reinbach die Teilnehmer im „virtuellen Bierzelt“ – und kündigte politische Reden von Vorstandsmitglied Anette Lohmann und Niklas Nüssle, dem Landtagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Waldshut, an.

  • Die Teilnehmer: Der Einladung von Niklas Nüssle waren Parteimitglieder und der Partei verbundene Personen gefolgt. Aus Freiburg hatte sich der Grüne Jörg Dengler zugeschaltett, aus Kirchzarten Parteimitglied Ulrich Martin Drescher. Für die Grünen Rheinfelden/Schweiz sprach Kathrin Frey, Präsidentin des dortigen Ortsvereins, ein Grußwort und wünschte dem Kandidaten Nüssle viel Erfolg bei der Landtagswahl. Während der Aschermittwochs-Videokonferenz schalteten sich immer wieder Personen zu oder stiegen aus. Maximal waren 13 Teilnehmer online.
  • Pandemüdigkeit: „Wer bis zum Hals in der Jauche steckt, sollte den Kopf nicht hängen lassen“ lautete das launige Motto der Rede von Anette Lohmann. „Das kann man auch von der Pandemie sagen“, meinte sie. „Pandemüde sind wir mittlerweile alle.“ Lohmann sorgte sich um Unternehmer und Künstler, bei denen die Hilfen nicht ankämen. „Corona zeigt auf, was wir in den letzten Jahren zu ändern versäumt haben“, wies sie auf die Lücken in der Digitalisierung der Schulen hin. Als Pflicht erachtete sie auch über die Pandemie hinaus, Sorge für die Schwächsten zu tragen. „Wir dürfen uns nicht hängen lassen, sondern müssen uns aufstellen, den Kopf oben halten und eine grüne Welt schaffen auch in Rheinfelden“, appellierte Lohmann.
  • Am Hochrheinchen: „Der politische Aschermittwoch ist ja immer die Chance, die politischen Gegner mal munter-froh durch den veganen Hafer-Drink zu ziehen“, meinte Nüssle. „Verspätungen und Zugausfälle machen eine Reise doch erst spannend“, merkte der Landtagskandidat ironisch zum schleppenden Ausbau der Hochrheinbahn an. Auch die Digitalisierung der Behörden und der Ausbau der Mobilfunknetze gingen nicht schnell genug. „Nur noch wenige Jahre und Rheinfelden liegt am Hochrheinchen und im Südbraunwald“, warb Nüssle für mehr Klimaschutz. Es gelte, den Blick nach vorne richten, denn, so reimte Nüssle: „wenn andere nur die Gegenwart verwalten, wollen wir die Zukunft gestalten.“
  • Autobahn für die Enkel: An die politischen Reden schloss eine lockere Diskussion an, bei der auch der Weiterbau der Autobahn A 98 angesprochen wurde. Anette Lohmann kritisierte die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller, die für den stockenden Autobahnweiterbau dem grünen Landesverkehrsminister die Schuld zu schieben versuche, statt den CSU-Bundesverkehrsminister in die Verantwortung zu nehmen. Ortsverbandvorsitzender Moritz-Reinbach führte an, dass Elektrifizierung und Ausbau der Hochrheinbahn bald kämen, während die A 98 vielleicht seine Enkelkinder nutzen könnten. Das virtuelle Bierzelt blieb auch nach dem offiziellen Ende des einstündigen politischen Aschermittwochs noch weiter geöffnet.