„Ausstellungen zu organisieren und zu arrangieren, macht mir wahnsinnig viel Freude. Das ist genau mein Ding“, sagt die Künstlerin Petra Heck aus Adelhausen, die für ihre Bilder in Action Painting bekannt ist.

Angefragt wurde Heck nach der Doppelausstellung mit Manfred Schmidt im Sommer 2020. „Die Zusammenarbeit mit Kulturamtsleiterin Henrike Fuder war sehr angenehm. Sie hat sich unglaublich für uns eingesetzt, hat sogar eine Midissage möglich gemacht“, erzählt Petra Heck. Da der Vertrag mit der bisherigen Kuratorin Elisabeth Veith auslief, habe man sie gefragt, ob sie diese Aufgabe übernehmen möchte. Petra Heck hat gern zugesagt, und so wurde das in die Wege geleitet.

Die erste Ausstellung, die sie kuratiert, ist die Sammelschau „Fluss – Stadt – Land“ mit Exponaten aus dem städtischen Kunstdepot. Diese sollte Ende März im Haus Salmegg eröffnet werden, befindet sich aber wegen der verschärften Corona-Regeln derzeit noch in Wartestellung. „Wir waren kurz vor dem Aufbau, dann kam der Stopp“, erzählt Heck. Alles sei vorbereitet, das Plakat gedruckt, die Einladung fertig, das Hygienekonzept ausgearbeitet mit Terminbuchung, Maskenpflicht, eine halbe Stunde Zeitfenster für Besucher aus einem Haushalt.

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„So eine Depotausstellung hat sich angeboten in dieser Zeit“, sagt Petra Heck, die die Werke ausgesucht und sich ein Konzept für die Hängung überlegt hat. Es handelt sich um Bilder mit Bezug zu Rheinfelden, Motive vom Haus Salmegg und der Rheinbrücke, Stadtansichten, Dinkelberg-Impressionen, Werke aus Ankäufen, Erbschaften, Schenkungen. Martina Schilling vom Kulturamt habe die Arbeiten inventarisiert, und daraus sei die Idee zu der Ausstellung entstanden, so Petra Heck. „Denn die wenigsten wissen, dass es so ein städtisches Kunstdepot gibt“.

Die Bilder stehen im Haus Salmegg bereit für den Aufbau. Es müsse aber abgewartet werden, ob die Ausstellung noch innerhalb des verfügbaren Zeitfensters gezeigt werden kann. „Die Zeitfenster im Haus Salmegg sind immer belegt, auch auf lange Zeit“, sagt Petra Heck. Die nächste Ausstellung des Kulturamts, die sie kuratorisch begleitet, heißt „Im Garten“ und ist vom 12. Juni bis 1. August geplant. Zu sehen sind Werke der Bildhauerin Mirjam Bucher-Bauer aus Riedmatt, die Tierskulpturen,Figuren und Porträts macht, und der Schweizer Künstlerin Monica Manser, die mit getrockneten Blumen, Pflanzenteilen und Blättern arbeitet.

Als Kuratorin und Künstlerin soll sie auch bei einer geplanten Ausstellung zum Thema „Der Rhein“ mitwirken, die für Herbst 2022 angedacht ist. „Der Rhein ist für mich als Rheinländerin das verbindende Element, ich habe einen besonderen Bezug zum Rhein“, sagt die gebürtige Kölnerin, die seit 2007 ihr Wohnhaus und Atelier im ehemaligen Gasthaus Adler in Adelhausen hat. „Ich habe mir Gedanken zum Rhein gemacht: Panta rhei, alles fließt, alles ist im Fluss.“ So sei eine neue Serie von Bildern entstanden, mit fließenden Farben, Dynamik und Bewegung.

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Überhaupt hat sie während des Lockdowns sehr viel gemalt in ihrer experimentellen Technik mit Acrylfarben, Beizen und Pigmenten und ihrem Stil, der von sprühender Farbintensität und gestischer Energie geprägt ist. Eine Weile seien keine neuen Leinwände geliefert worden, also habe sie stattdessen alte recycelt und übermalt. „Das sieht anders aus als das, was ich sonst mache, nicht so frei und luftig, sondern dichter.“ Auch ihre Lockdown-Serien in Aquarell hat sie fortgesetzt. Nach Tieren und Pflanzen hat sie nun auch Obst und speziell Insekten nach alphabetischen Buchstaben naturgetreu gemalt.

Viele Anlässe, bei denen Petra Heck sonst ausstellt, sind wegen Corona weggefallen. Um trotzdem als Künstlerin präsent zu sein, ist sie neuerdings bei der Online-Galerie Singulart regelmäßig mit aktuellen Arbeiten vertreten. Auf diese Art habe sie kürzlich ein Bild nach Florida verkauft. „Online-Galerien sind eine Supersache und haben in Pandemiezeiten einen großen Zuspruch“, schätzt die Malerin diese digitalen Plattformen.

Im Sommer und Herbst füllt sich Petra Hecks Ausstellungskalender langsam wieder. So wird sie ein Bild für eine Ausstellung im Sommer in der Kurbrunnenanlage in Rheinfelden/Schweiz beisteuern. Außerdem bestückt sie zwei Kojen bei der von Klaus Kipfmüller organisierten Ausstellung „Die Kunst“ mit 22 Teilnehmern im September im Haus der Begegnung in Grenzach. Für die Malerin sind diese Projekte, ebenso wie die neue Aufgabe als Kuratorin, Licht- und Ausblicke, auf die sie hinarbeitet.