Der Neubau des Bernhardshauses auf dem Gelände des Hertener St. Josefshauses konnte am Dienstag Richtfest feiern. Vor einem Dreivierteljahr wurde mit dem Bau in Herten begonnen. Zur Weihnachtszeit 2022, so hofft Thilo Spychalski, kaufmännischer Vorstand des St. Josefshauses, könnten die Bewohner die Festtage bereits in den neuen Räumen verbringen.

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Nicht nur die Zimmermänner gaben bei einem kleinen Festakt traditionsgemäß mit dem Richtspruch ihren Segen für den Neubau, coronabedingt wurde zugleich auch die symbolische Grundsteinlegung nachgeholt. Der Neubau auf dem Areal des St. Josefshauses ist in Holzbauweise als Energie-Effizienzhaus nach dem so genannten KfW Standard 40 erbaut.

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„Es ist beeindruckend, in welcher Geschwindigkeit der Bau entstanden ist“, merkte Thilo Spychalski während seiner Rede zum Richtfest an. Und nahm dabei Bezug auf die Schwierigkeiten an Holz zu kommen. Seit Corona ist der Holzmarkt leergekauft und damit die Preise extrem angestiegen. „Die nötigen Materialien zu bekommen war schwierig, vor allem zu einem akzeptablen Preis“, so Spychalski.

Zur Weihnachtszeit 2022, so hofft Thilo Spychalski (rechts), kaufmännischer Vorstand des St. Josefshauses, könnten die Bewohner die Festtage bereits in den neuen Räumen verbringen.
Zur Weihnachtszeit 2022, so hofft Thilo Spychalski (rechts), kaufmännischer Vorstand des St. Josefshauses, könnten die Bewohner die Festtage bereits in den neuen Räumen verbringen.

Architekt der Werkgruppe Freiburg Georg Glos merkte an: „Man kann sich ja kaum vorstellen, dass man hier im Schwarzwald kein Holz bekommt.“ Für die Trägerkonstruktion wurden 950 Kubikmeter Holz verbaut. „Das sind in etwa 830 Baumstämme, die hier verbaut wurden“, erklärte Architekt Glos während des Richtfestes. Fast 13 Millionen Euro wird der Neubau kosten, bis er „löffelfertig“ ist, wie Spychalski erklärte – bis das Gebäude also eingerichtet und fertig ausgestattet ist. Mehr als eine Million Euro wird durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst.

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Bis zu 13 Firmen arbeiten aktuell parallel auf der Großbaustelle, bis zur Fertigstellung werden es rund 30 Gewerke sein. 45 Bewohner werden voraussichtlich in etwa einem Jahr in dem Neubau ihre neuen Zimmer beziehen können, die der Landesheimbauverordnung gerecht werden. Zudem werden etwa 20 Betreuende in dem Gebäude tätig sein. Den Umzug der Bewohnerinnen und Bewohner kann man sich wie einen normalen privaten Umzug vorstellen, erklärt Thilo Spychalski.

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Mit Unterstützung der Betreuenden werden Umzugskartons gepackt und ein Lieferwagen bringt die Habseligkeiten dann zum neuen Bernhardshaus. Die Bewohner – die aus den bestehenden Einrichtungen in Herten und dem Markhof kommen – könnten im November 2022 ihre neuen Räume beziehen. Das neue Bernhardshaus wird Einzelzimmer haben – dann müssen sich nicht mehr drei bis vier Bewohner einen Raum teilen, wie das bisher im gelben Altbau der Fall war. „Die alten Gebäude haben natürlich noch eine ganz andere Unterkunftsqualität“, erklärt Thilo Spychalski.

Abriss alter Gebäude geplant

Über 3600 Quadratmeter Grundfläche und zwei Etagen erstreckt sich das Haus in Holzbauweise, das alte Bernhardshaus zählt rund 2400 Quadratmeter und ragt vier Etagen in die Höhe. Der Außenbereich des Neubaus soll frühestens im Frühjahr 2023 gestaltet werden. Der Grund: Direkt angrenzend an das neue Bernhardshaus wird ein weiterer Neubau entstehen – ein Gebäude mit einem therapeutischen Wohnbereich. In diesem werden Menschen mit Behinderung wohnen, die ein besonders geschütztes Umfeld brauchen. Mit diesem Bau soll voraussichtlich im nächsten Herbst begonnen werden. Läuft alles planmäßig, ist das Gebäude im Sommer 2024 fertig. „Wir haben in den nächsten Jahren noch einiges zu bauen“, unterstreicht Spychalski. Laut dem kaufmännischen Vorstand des St. Josefshauses werden die nicht mehr genutzten Altbauten dann nach und nach abgerissen.

Das St. Josefshaus Herten begleitet Menschen mit Behinderungen und Menschen im Alter und hält dafür ein Angebot der Assistenz, Förderung und Pflege bereit.