Fasnacht – das heißt auch Musik und zwar nicht nur vom DJ, sondern auch live. Guggemusik, Fanfarenzüge, Bands und Ensembles, das bedeutete auch eine Aufgabe für Peter Linsin vom gleichnamigen Musikgeschäft in Rheinfelden.

Zum Kundenstamm des Blasinstrumentenmacher gehörten viele Guggenmusiken, die ihre teils arg gebeutelten Instrumente zur Generalüberholung in das Traditionsgeschäft gebracht hatten. Dass dieses Standbein fehlt, spürt Linsin stark. „Musikvereine, Gugge aber auch Musikschulen, eigentlich der gesamte Blasmusikbereich, ist stark zurückgegangen.“ Nur bei der Hausmusik gehe ein bisschen was. „Ukulele, Gitarre oder E-Piano“, zählt Linsin die Instrumente auf, die man alleine lernen kann.

Reinigung

Keine große Feier, kein Alkohol, kein Getümmel – kein schmutziges Häs. Das bekommt auch die Textilreinigung Biehler aus Wehr-Brennet zu spüren, die neben Rheinfelden auch Standorte in Wehr und Bad Säckingen betreibt. Die Fasnacht mache zwar nicht den Hauptumsatz aus, auch nicht im Februar, sagt Inhaber Thomas Biehler.

„Das Hauptproblem ist: Die Leute sind im Homeoffice, geben weniger Geld aus. Wir haben über 70 Prozent weniger Umsatz.“ Aber im Frühjahr sei die Fasnacht schon ein Faktor. Die Reinigung eines Fasnachtskostüm koste, je nach Stoff und Anzahl der Teile, zwischen zehn und 30 Euro, so Biehler. Normalerweise kämen schon einige Fasnachtsgruppen zu ihnen. „Wir haben es ohnehin schon sehr schwierig – und jetzt fehlt auch noch die Fasnacht.“

Bäckerei

Zur Fasnacht gehören untrennbar auch die vielen süßen Leckereien, die zum Beispiel die Bäckerei Glück mit Filialen im Fécampring und in Nollingen liefert. Dass das dieses Jahr nicht geht, sei vor allem schade für die Vereine, denen die Feierei und die Einnahmen fehlen, sagt Inhaberin Angelika Glück. Natürlich fielen auch für sie einige Anlässe weg, etwa der Narrenmarkt in Karsau, wo sonst auch ihre Backwaren verkauft werden. Das falle finanziell aber nicht so sehr ins Gewicht.

„Davon sind wir nicht abhängig.“ Zudem sei der Tagesbetrieb vom Ausfall der Fasnacht nicht betroffen: „Wir haben in der Bäckerei allerlei lecker Fettgebackenes vorrätig und es wird auch viel gekauft.“

Veranstaltungstechnik

Ohne die Fasnachtsumzüge schallt auch keine Musik durch die Orte, also werden auch keine Anlagen ausgeliehen. Frank Neuschütz aus Grenzach-Wyhlen beschallt sonst die Eröffnung am Schmutzigen Dunnschtig in Herten und manche Umzugswagen aus Grenzach – wobei die Cliquen in den vergangenen Jahren immer mehr eigene Technik anschaffen, sagt Neuschütz.

In diesem Jahr hat Neuschütz jedoch gar keine Aufträge. Der Wegfall trifft ihn aber zum Glück nicht existenziell, weil der Informatiker den Anlagenverleih nur nebenberuflich betreibt. Insgesamt zehn bis zwölf Veranstaltungen betreue er sonst im Jahr, auch Sommer- und Vereinsfeste oder Weihnachtsmärkte, sagt Neuschütz.

Am Schmutzigen Dunnschtig verdiene er normalerweise 250 Euro, aber als Nebenberufler habe er schließlich keine laufenden Kosten durch Personal oder Räumlichkeiten. Auch die Instandhaltung der Anlage mache ihm keine Kosten, wenn sie gar nicht zum Einsatz kommt. Traurig sei er vor allem auch, dass die drei Kapellen, in denen er Schlagzeug und Keyboard spielt, keine Auftritte haben. Normalerweise stehe er mit seinen Kollegen rund 15 Mal im Jahr auf der Bühne.

Druckerei

Ersatzlos gestrichen – das spürt Stefan Koppetsch nicht nur als Oberzunftmeister von Grenzach, sondern in besonderem Maß auch beruflich. Denn der Inhaber des CV-Druck und Verlags aus Grenzach-Wyhlen hatte in der Vergangenheit viele Aufträge, die ganz konkret mit der Fasnacht zu tun haben.

„Wir haben für verschiedene Zünfte zum Beispiel die Programmhefte für die Zunftabende gedruckt.“ Außerdem Eintrittskarten für die Bälle und Partys, Plakate für Umzüge, die Liste ließe sich fortsetzen. „Eigentlich alles, was mit einem konkreten Datum, also einer Veranstaltung zu tun hat, ist einfach weggebrochen“, so Koppetsch.

Insgesamt seien ihm so rund 40 Prozent des Umsatzes verloren gegangen. „Die Fasnacht hatte darin einen nicht unerheblichen Anteil.“ Vor allen Dingen sei dieser Umsatz eben planbar gewesen, was für einen Selbstständigen wichtig sei.