Sie sind Urgesteine der Bluesszene: die Real Blues Band um Sänger und Gitarrist Hary de Ville. In einer Industriehalle in Herten holten sie am Freitag und Samstag ihre musikalische Geburtsfeier zum 40-jährigen Bestehen nach, die im vergangenen Jahr wegen Corona ausfallen musste. An zwei Abenden trat die Band um die bekannte Schopfheimer Blues-Größe Hary de Ville auf und präsentierte sich nach der langen Zwangspause in blendender Form.

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Es war de Ville und seinen langjährigen Kollegen, dem Saxophonisten, Sänger und Gitarristen Tom Martin, dem Bassisten Martin Hess und dem Schlagzeuger Daniel Messina, die Freude anzumerken, nach zwei Jahren wieder zusammen auftreten zu können.

Ermöglicht wurde das nachträgliche Jubiläums-Gig durch Henry Lange, dessen Frau Christiane Gitarrenunterricht bei Hary de Ville nimmt und ein großer Fan des Bluesmusikers ist. So stellte Lange eine Halle seines Lackier- und Karosseriebetriebs für die zwei Konzerte zur Verfügung.

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Die spezielle Location hatte einen eigenen Charme, zumal die Halle aufwendig mit Bestuhlung, eigens eingebauter Bühne und Scheinwerfern in einen veritablen Spielort umgewandelt wurde. Beim ersten Konzert am Freitag waren es 70, am Samstag um die 110 Fans, die mit Hary de Ville und seiner Band entspannt in Blues-Nostalgie schwelgen konnten.

Der Sänger und Gitarrist, der auch gern mal zur Bluesharp greift, hat aus der Vielzahl an Stücken aus der langen Bandgeschichte eine Auswahl für zwei je einstündige Sets zusammengestellt. Etwa die Hälfte Eigenkompositionen, die andere Hälfte individuelle Interpretationen und differenzierte Arrangements von klassischen Blues-Nummern, aber auch Jazz und Swing, um zu zeigen, dass sich die Band inzwischen stilistisch breiter aufgestellt präsentiert.

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De Ville, als Einziger von Anfang an dabei, und seine Band, die in dieser Besetzung schon länger zusammenspielt, starteten mit „Jealous Woman“ – dem Stück, mit dem traditionell alle Konzerte der Real Blues Band beginnen. Auch in der Eigenkomposition „Feelin‘ Blue“ kam authentisches Blues-Feeling auf.

Als Gast holte Hary de Ville einen Musikerfreund auf die Bühne, mit dem er seit 30 Jahren immer wieder zusammen spielt: den kalifornischen Singer-Songwriter und Gitarristen Mark Wise, der seit langem in Schopfheim lebt.

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Mit „San Francisco Bay Blues“ oder „Unchain my Heart“ brachte sich Wise mit seiner einprägsamen Stimme wunderbar in den Band-Auftritt ein. In „ Bring it on home“ waren de Ville und Wise im Duett zu hören – zwei charismatische Musiker, die sich gegenseitig „befeuerten“. Am Samstag kam als weiterer Gast noch die Sängerin Anne Ehmke dazu.

Als Talent am Schlagzeug machte Veit, der Sohn von Hary de Ville, bei den Konzerten Furore.
Als Talent am Schlagzeug machte Veit, der Sohn von Hary de Ville, bei den Konzerten Furore. | Bild: Roswitha Frey

Als kleiner Star des Abends entpuppte sich der zwölfjährige Veit, Sohn von Hary de Ville. Der Junge erwies sich als Ausnahmetalent am Schlagzeug, wirbelte energiegeladen mit den Sticks und machte mit seinem ausgeprägten Rhythmusgefühl staunen. Die Zugabe-Rufe verhallten nicht ungehört. Die Real Blues Band legte noch ein Medley mit „Peter Gunn“ und „Susie Q“ nach.