Der Ortschaftsrat Degerfelden durfte sich im Rahmen der Anhörung der Träger öffentlicher Belange zu den Planungen des neuen Radwegs zwischen Degerfelden und dem Waidhof durch das Regierungspräsidium äußern. Ortsvorsteherin Karin Reichert-Moser freute sich, „dass sich etwas tut“, auch wenn sich die Degerfelder noch gedulden müssen:

Ist der Plan einmal festgestellt, wird noch ein bis anderthalb Jahre an dem 5,5 Kilometer langen Weg gebaut. Ortschaftsrat Stefan Birlin zeigte sich nicht einverstanden mit den geschätzten Kosten von rund 2,5 Millionen Euro; Gerold Höpfl betonte jedoch, dass der Betrag verglichen mit den Ausgaben für die Coronahilfen „Peanuts“ sei.

Hauptsächlich nördlich der B 316

Der Veloweg ist hauptsächlich nördlich der B 316 geplant, sofern es die Topographie erlaubt in einer Breite von 2,5 Metern und durch einen 1,75 Meter breiten Grünstreifen von der Straße getrennt. Am Ortseingang Degerfelden soll eine Verkehrsinsel den Radfahrern Richtung Rheinfelden helfen, auf die rechte Spur der Lörracher Straße einzufädeln. Die Ortschaftsräte wiesen Mock darauf hin, dass noch keine Querungsmöglichkeit in die Straße „In den Aumatten“ eingeplant sei.

Bau einer zusätzlichen Brücke

Mock konnte allerdings schon sagen, dass das Wegkreuz gegenüber dieser Einfahrt versetzt werden müsse. Unklar ist der Verlauf des Radwegs noch in der Sägemühle-Kurve, wo die Zufahrt zum recht steilen Forstweg gewährleistet bleiben muss. Beim Hagenbacher Hof bevorzugt Mock ebenso wie die Ortschaftsräte den Bau einer zusätzlichen Brücke über die Unterführung des Zubringerwegs zum Hofgelände.

Die Alternative, den Radweg in einem Bogen auf den Zubringerweg zu führen und dann über die Ausfahrt des Waldparkplatz wieder neben die B 316, birgt laut einhelliger Meinung das Risiko von Unfällen mit den landwirtschaftlichen Maschinen. Die Bushaltestellen am Hagenbacher Hof sollen barrierefrei gestaltet und durch eine Verkehrsinsel verbunden werden.

Strecke gegen Astbruch schützen

Auf der geraden Strecke vor dem großen Aufstieg zum Waidhof bevorzugt Reichert-Moser eine Stützmauer und einen minimalen Eingriff in den Hang. Die Alternative ohne Mauer würde bedeuten, einen großen Teil der Böschung abzutragen. In jedem Fall bat Reichert-Moser darum, die Strecke gut gegen Astbruch zu schützen.

Im weiteren Verlauf wollen die Planer den Unterbau der ehemals dritten Spur der B 316 nutzen, die beim Rückbau nach der Eröffnung der A 98 bis auf einen schmalen Streifen abgefräst wurde. Manch ein Radfahrer nutzt diesen schmalen Streifen bereits, steht dann aber plötzlich vor einer geschlossenen Leitplanke. Denn der Streifen endet dort.

Größte Veränderungen beim Waidhof

Oliver Gassenmeier vom Baureferat des Regierungspräsidiums Freiburg erwähnte in diesem Zusammenhang, dass seine Behörde durchaus überlegt habe, diesen Streifen Asphalt als offiziellen provisorischen Radweg freizugeben: „Wir hätten damit aber nicht die nötige Verkehrssicherheit gewährleisten können“, sagte er.

Im Bereich der Kreuzung mit der Kreisstraße Richtung Inzlingen führt der Veloweg über die bestehenden Wirtschaftsstraßen, die während der Verbringung des Erdaushubs der A-98-Baustelle in Minseln und im Herrschaftsbucktunnel von den Lastwagen genutzt wurden. Dazu ist der Neubau einer Brücke über den Entwässerungsgraben nötig.

Die größten baulichen Veränderungen mit zusätzlichen Linksabbiegerspuren, neuen Bushaltestellen und einer weiteren Verkehrsinsel ist beim Waidhof vorgesehen. Hier soll der Radweg auch auf die südliche Seite der B 316 wechseln. Der Anschluss an das bestehende Radwegenetz erfolgt bei der Rad- und Fußgängerbrücke über die A 98, entweder entlang der Bundesstraße über eine Rampe oder über die bestehenden Feld- und Waldwege, die dann asphaltiert würden.