Im Juli 2020 fand die bislang letzte standesamtliche Trauung auf Schloss Beuggen statt, bedingt durch die Corona-Pandemie, aber auch durch das schwierige Verhältnis zwischen Stadt und Vorbesitzer. Franziska Tanner und Alexander Schwabe, die neuen Schlossbesitzer, wollen das Angebot nun intensiv ausweiten und haben gleich mehrere Räume für Heiratswillige im Programm. Seitens des Verwaltung wird es jedoch vorerst bei einem Trautermin pro Woche bleiben.

Bisher konnten Hochzeitspaare auf Schloss Beuggen zwischen dem Bagnatosaal, dem Rittersaal und einer kleinen Sakristei wählen, um sich von einer Standesbeamtin oder einem Standesbeamten trauen zu lassen. Schwabe und Tanner haben sich jedoch auf die Suche gemacht und weitere Räume identifiziert. „Von ganz intim bis hin zur großen Gesellschaft“, sagt Tanner, die gemeinsam mit ihrem Partner Schwabe schon lange im Eventgeschäft tätig ist und erst kürzlich die 10.038. Hochzeit über die Bühne gebracht hat. „Hochzeiten sind unser Ding“, sagt Schwabe.

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Der Schlossherr führt begeistert in die Bibliothek, in der eine historische Sammlung vor allem von religiösen Schriften zu finden ist. In diesem Raum kann künftig in kleinem Kreis geheiratet werden. Wer es größer mag, kann im Saal Sonnenburg im dritten Obergeschoss heiraten. Mehr als 100 Gäste, so schätzt Tanner, können unter der urigen Holzdecke Platz finden. Besonders angetan sind die Standesbeamtinnen Ute Steiner und Ann-Kathrin Otto aber vom Teehäuschen im Schlosspark, das ebenfalls zum Trauzimmer gewidmet wird. Für Individualisten bieten Tanner und Schwabe noch zwei schlichte Konferenzräume an, die ganz nach eigenem Gusto geschmückt werden können.

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„Wir sind sehr froh, dass es auf Schloss Beuggen wieder jemanden gibt, bei dem man Emotionen und Geschichtsliebe spürt“, sagte Bürgermeisterin Diana Stöcker, die gemeinsam mit dem Leiter des Bürgerbüros, Frank-Michael Littwin, zur offiziellen Vertragsunterzeichnung ins Schloss Beuggen gekommen war. Littwin, der ebenfalls standesamtliche Trauungen vornimmt, sieht die weiteren Räume als Ergänzung zum Gesamtpaket. Bisher, so seine Einschätzung, seien Trauungen auf Schloss Beuggen – seit 2006 möglich – noch nicht stark nachgefragt. „Aber es wurde natürlich auch nicht besonders vermarktet“, gibt Littwin zu bedenken.

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Das wird sich mit Tanner und Schwabe nun ändern. „Fürs kommende Jahr haben wir von Mai bis September keinen Samstag für eine Feier mehr frei und auch die Freitage sind bereits zu 25 Prozent ausgebucht“, schildert Schwabe. Es gebe, bedingt durch die Corona-Krise, einen regelrechten Hochzeitsstau.

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Vorerst wird die Stadt nur einen Termin in der Woche für standesamtliche Trauungen anbieten: immer freitags um 12.30 Uhr. „Dieser Termin ist fest für uns reserviert“, erklärt Littwin. Man wolle abwarten, wie sich die Nachfrage entwickle, eventuell werde dann auch ein zweiter Termin möglich sein. „Viel mehr geht aber aus Personalgründen nicht“, sagt Stöcker. Dass Hochzeitswillige aus anderen Städten ihren eigenen Standesbeamten mitbringen, gehe nicht. „Es gibt Standesamtbezirke, unserer geht von Schwörstadt bis Grenzach.“