Herr Dannmeyer, der Schwarzwaldverein Rheinfelden bietet Touren zum Nachwandern im Internet an. Wie kam es zu der Idee?

Während Corona haben wir festgestellt, dass die Leute ein verstärktes Bedürfnis haben, rauszukommen. Eine Möglichkeit ist Wandern. Es wandern definitiv mehr Leute als vor Corona. Da wir keine geführten Touren anbieten konnten, haben wir überlegt, wie wir auf uns aufmerksam machen können. Da kam die Idee, dass wir auf unsere Webseite ein Touren-Portal einstellen. Die Leute gehen auf unsere Webseite, sehen dabei unsere anderen Angebote und denken vielleicht, das wäre auch nach Corona etwas für mich. Die Idee entstand beim Wandern und wurde mit unserem Vorstand Christian Schulz abgesprochen.

Wie können Wanderer auf die Online-Touren zugreifen?

Grundsätzlich sind diese auf unserer Webseite, wo man die Karte downloaden kann. Wenn man sich ein bisschen mit der Materie beschäftigt, gibt es auch eine App, mit der man eigentlich ganz gut laufen kann. Die Karte zeigt Startpunkt, Endpunkt und Richtungspfeile. In den Touren-Beschreibungen sind alle Wegweiser benannt und es ist beschrieben, welchen Weg-Rauten man folgen soll. Somit ist klar beschrieben, wie die Tour verläuft.

Das könnte Sie auch interessieren

Was für Touren werden angeboten und wie viele gibt es?

Es ist angedacht, dass wir nach und nach mehr Touren einstellen. Im Augenblick sind es 17, die decken im südlichen Schwarzwald eigentlich das ganze Spektrum ab: von einfachen Halbtagestouren bis zu anspruchsvollen Tagestouren.

Wer hat die Touren erstellt? Sind Sie die Strecken selbst abgewandert?

Einige Touren sind von mir und einige von anderen Wanderleitern. Normalerweise laufen wir die Touren vor, bevor wir sie anbieten. Eine gute Tour läuft man bis zu drei Mal, weil man beim ersten Mal Passagen drin hat, die man dann doch weglassen will, oder man entdeckt etwas Spannendes und baut dies beim nächsten Mal ein. So nähert man sich praktisch Schritt für Schritt seinem Ziel, einer guten Tour.

Für wen sind die Touren geeignet?

Wir probieren, alle anzusprechen. Es gibt, wie gesagt, einfache Halbtagswanderungen, beispielsweise von der Mättle-Kreuz-Hütte zum Teufelsloch, oder Ganztagswanderungen, etwa von Gisiboden über den Silberberg zum Herzogenhorn.

Wie macht man sich da im Vorfeld Gedanken? Was muss man beachten?

Zunächst hat man eine Idee, ich etwa schaue mit der App, wie lang die angedachte Tour wird und wie viele Höhenmeter sie hat und recherchiere die technische Schwierigkeit. Beim Schwarzwaldverein haben wir natürlich ausgebildete Wanderführer, die Kurse machen und da das richtige Werkzeug an die Hand bekommen: Wie plant man eine Tour richtig? Wie baut man Highlights ein, damit nicht 90 Prozent des Weges trist sind? Gibt es mögliche Abkürzungen, wenn es die Umstände erfordern. Für wen plant man die Tour? Man muss differenzieren zwischen der geländetechnischen Anforderung, die im Schwarzwald eher moderat ist, und der konditionellen Anforderung, also wie lang die Tour ist und wie viele Höhenmeter sie hat.

Wie finden Wanderer die richtige Tour für sich?

Die eben genannten Differenzierung findet man in unseren Tourenbeiträgen, so hat zum Beispiel eine Tour technisch drei von sechs (sehr anspruchsvoll) Punkten. Bei den Höhenmetern muss der Wanderer selbst ein Gefühl entwickeln, wie viele Höhenmeter er sich zutraut. Hier ist aber ein langsames Herantasten sinnvoll.

Welche Tour favorisieren Sie?

Die Tour vom Gisiboden über den Silberberg ist sehr gut geworden. Etwas ganz Besonderes ist für mich die Tour ,Über die Höchsten im Schwarzwald‚, die über den Feldberggipfel, den Seebuck und den Baldenweger Buck führt. Das sind die drei höchsten topografischen Punkte im Schwarzwald. Diese Tour ist eine Tageswanderung und liegt so im Bereich von fünf Stunden Gehzeit.

Die Touren zum Nachwandern finden Sie hier (unter Tourenideen).