Das Ingenieurbüro Fichtner Water & Transportation erstellt für Rheinfelden den Lärmaktionsplan. In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses wurden die Stellungnahmen aus der Offenlage vorgestellt, die für das weitere Verfahren aber ohne Konsequenzen blieben.

Für den Ortsteil Degerfelden hatte das Ingenieurbüro eine vorgezogene Detailprüfung vorgenommen, da die diesjährige Öffnung des Autobahnzubringers in Minseln keinen Einfluss auf den Verkehr in Degerfelden haben dürfte, erklärte Alexander Colloseus vom Ingenieurbüro in der Sitzung.

Tempo 30 im Ermessen der Behörde

Die Berechnungen hätten gezeigt, dass sich die Lärmbetroffenheit fast im ganzen Ortsteil innerhalb eines Ermessensspielraums bewege, bei dem Höhere und Untere Straßenverkehrsbehörde eine Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern anordnen können. Eindeutige Ergebnisse, die für die Einführung von Tempo 30 sprechen, lagen nicht vor.

Die Verkehrszählung im Jahr 2020 hatte 4300 Fahrzeugen am Tag westlich der Kreuzung Lörracher Straße/Eichsler Straße/Grenzacher Straße und 5600 Fahrzeugen am Tag östlich der Kreuzung ergeben. Damit liegt laut Colloseus eine eher moderate Verkehrsmenge vor, die für Anwohner aber belastend sein könnte.

Colloseus erklärte, dass nun die Ergebnisse als Grundlage für die Ermessensausübung ausgearbeitet und der Stadt Rheinfelden als Unterer Verkehrsbehörde zur Prüfung vorgelegt werden. Bei einigen Ausschussmitgliedern rief Verwunderung hervor, dass bei anderen Straßen bislang 8200 Fahrzeuge am Tag als Maß für Geschwindigkeitsreduktionen angeführt wurden, während in Degerfelden nur um die 5000 Fahrzeuge täglich gezählt werden.

Votum für Lärmaktionsplan

Colloseus erklärte, dass die höhere Anzahl Fahrzeuge für die Aufstellung von Lärmaktionsplänen gelte. Bei der Entwicklung von Maßnahmen für konkrete Einzelsituationen würden aber auch niedrigere Verkehrszahlen in Verbindung mit der Art der Bebauung und der Schallreflexion beachtet. Bei einer Enthaltung empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat, das Inkrafttreten des Lärmaktionsplans zu beschließen.

Zudem soll auf Grundlage der vorgestellten Ergebnisse für die Ortsdurchfahrt Degerfelden ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern beantragt werden. Das Amt für öffentliche Ordnung soll die Ergebnisse der Lärmberechnung prüfen und – falls dem Antrag ihm zufolge zugestimmt werden kann – die Zustimmung des Regierungspräsidiums als Höhere Straßenverkehrsbehörde einholen.