Die Gemeinde und die Stadt Rheinfelden haben rund 4,2 Millionen Euro in Ausbau und Modernisierung investiert. In einer kurzen Ansprache bedankte sich der Rheinfelder Oberbürgermeister Klaus Eberhardt für die Bauleistungen bei vollem Betrieb.

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„Kläranlagen gehören zu jenen Einrichtungen, die für unser alltägliches Leben enorme Bedeutung haben, aber eben überwiegend abseits liegen und fast unsichtbar bleiben“, sagte er. „Gerade deshalb müssen wir die Zuverlässigkeit immer wieder anerkennen.“ Schwörstadts Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat fragte sich, ob man in den Schulen nicht viel mehr über diesen wichtigen Entsorgungsbereich sprechen müsse. „Wir müssen nicht sofort sichtbare kommunale Leistungen mehr in den Blick der Öffentlichkeit rücken.“

Neubau eines Nachklärbeckens

Wichtigster Teil der Erweiterung war der Neubau eines zweigeteilten Nachklärbeckens. Dieses dient der letzten Stufe der Abwasserreinigung. Nun sind Reinigungen und Reparaturen ohne eine Umleitungen innerhalb der Anlage möglich. Im Nachklärbecken werden die Mikroorganismen vom gereinigten Abwasser getrennt. Die Biomasse sinkt auf den Boden und wird durch vier Pumpen in die Belebungsbecken gepumpt. Völlig erneuert wurde auch die Schlammentwässerungsanlage, darin wird der aus dem Faulturm kommende Schlamm getrocknet.

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Zur eigentlichen Abwasserbehandlung gehören fünf Schritte: Der Rechen, der Sandfang, eine Vorklärung, die Belebung mit Mikroorganismen und die Nachklärung. Parallel dazu wird der entnommene Schlamm behandelt, ebenfalls in fünf Schritten. Der ausgetrocknete Restschlamm wird verbrannt.

Schwörstadt und Rheinfelden betreiben das Klärwerk im Rahmen des Abwasserzweckverbandes gemeinsam. Dort trifft das Abwasser aus Schwörstadt und Dossenbach ein, aus Rheinfelden kommt Zufluss aus Nordschwaben, Riedmatt, Karsau mit Beuggen und der Schildgasse. Insgesamt verfügt die Kläranlage nun über eine Kapazität von 16.000 Einwohnerwerten, das sind 3000 mehr als zuvor. Durchschnittlich fließen inklusive Niederschlagswasser jährlich 810.000 Kubikmeter zu. Während des etwa 24-stündigen Durchlaufes werden unter anderem elf Tonnen Sand und 23.000 Kubikmeter Frischschlamm ausgefiltert. Etwa 18 Tonnen Grobstoffe werden mit einer Rechenanlage aufgehalten. Im Faulturm entstehen 65.000 Kubikmeter Gas, aus denen im Blockheizkraftwerk ein Drittel des Strombedarfs der Anlage erzeugt wird.

Sanierung bei vollem Betrieb

Jürgen Nass, Leiter der Kläranlagen der Stadt Rheinfelden, hob hervor, dass für die Sanierung der Betrieb nicht eingestellt werden konnte. Es sei eine enorme Anforderung an die Mitarbeiter gewesen, denn auch bei verändertem Durchlauf musste die Reinigungsqualität beibehalten werden. „Nicht unerheblich für uns hier ist auch die grundlegende Sanierung des Betriebsgebäudes“, ergänzte er. „Durch die Ausstattung der Leitzentrale mit digitaler Technik ist es nun möglich, bei gemeldeten Störungen erste Schaltungen bereits per Handy auszuführen.“

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Ebenso wichtig sei aber auch die Neugestaltung der Umkleide- und Aufenthaltsräume. Die Mitarbeiter müssen sich an eine strenge Trennung von schwarz-weiß-Bereichen halten, das heißt, sie dürfen die Anlage nur in Arbeitskleidung betreten. Viel von dem, was am Gebäude renoviert wurde, erledigten die Mitarbeiter selbst, nutzen dafür Zeiten mit geringerem Arbeitsaufwand.