Da weitere Erzieherinnen die Einrichtung verlassen, fällt der Personalschlüssel im August auf nur noch acht besetzte Stellen. Aufgrund der unguten Entwicklung im Karsauer Kindergarten Bienenkorb, die der Elternbeirat publik gemacht hatte, informierte Simone Fuchs, Abteilungsleiterin Frühkindliche Bildung und Betreuung, in der Ortschaftsratssitzung über die Situation. „Wir versuchen alles Mögliche, bevor es zu Einschränkungen in der Betreuung kommt“, sagte Simone Fuchs.

Seit März 2020 sei versucht worden, dass Angebot in engem Kontakt mit der Einrichtungsleitung und dem Team aufrecht zu erhalten. Generell gebe es das Problem des Fachkräftemangels, aber dann habe sich die Situation zugespitzt, als im Mai 2021 die Leiterin langfristig erkrankt sei und ihre Stellvertreterin die Leitung kommissarisch übernehmen musste. Allerdings erkrankte auch die Stellvertreterin für längere Zeit und eine weitere kommissarische Leitung musste ernannt werden. Eine zusätzliche Belastung stellten die Bauarbeiten zur Kiga-Erweiterung dar.

Simone Fuchs
Simone Fuchs | Bild: Horatio Gollin

Im Dezember 2021 sei der Elternbeirat darüber informiert worden, dass die Öffnungszeiten aufgrund des Personalmangels eventuell angepasst werden müssen. Fuchs verwies darauf, dass die Stadt als Arbeitgeberin eine Fürsorgepflicht gegenüber den am Limit arbeitenden Erzieherinnen habe und auch der Bildungsauftrag eingehalten werden müsse.

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Nach Rückkehr der stellvertretenden Leiterin aus dem Krankenstand wurde vorübergehend eine Tandem-Leitung eingeführt, die allerdings ihr jähes Ende fand, als die Stellvertreterin im März 2022 kündigte. Die eigentliche Leiterin fällt nach wie vor aus. Zwischenzeitlich gab es immer wieder kurzfristige Einschränkungen in den Öffnungszeiten aufgrund von Krankheitsfällen. Zudem ging weiteres Personal verloren. Die Rekrutierung von neuem Personal sei nicht gelungen, so dass aktuell von 15,35 Stellen nur 11,05 Stellen besetzt sind.

Im Ergebnis wurde der Elternbeirat im März darüber informiert, dass ab April eine Reduktion der Öffnungszeiten durch einen Wechsel von der Ganztags-Betreuung (GT) zu verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) nötig wird. „So eine Entscheidung trifft man nicht leichtfertig, weil das Einschränkungen für Eltern bedeutet, die auf eine GT-Betreuung angewiesen sind“, sagte Fuchs. Die Eltern sollen hierüber noch bei einem Informationsabend informiert werden.

So werden die Kinder künftig betreut

Ab Mai sollen anstelle der GT zwei VÖ-Modelle mit sechs und sechseinhalb Stunden angeboten werden. Für Kinder ab fünf Jahren besteht zudem die Möglichkeit, bei den AWO-Kids Karsau betreut zu werden, wenn eine GT-Betreuung gebraucht wird. Für Kinder unter fünf Jahren wird eine GT-Notbetreuung in der Kita angeboten. Allerdings haben zwei weitere Erzieherinnen gekündigt, eine dritte geht in Rente, so dass zum 31. August nur noch 8,06 Stellen besetzt sind. Es lägen aber zwei Bewerbungen für die stellvertretende Leitung vor.

Reaktionen aus dem Ortschaftsrat

Ortschaftsrat Uwe Wenk erkundigte sich nach den Gründen für die Kündigungen. Fuchs führte aus, dass teilweise private Gründe vorlägen, aber auch die fehlende Leitung zu Abgängen geführt habe. Zudem würden Erzieherinnen lieber in kleineren Einrichtungen arbeiten.

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Ortschaftsrätin Vanessa Edmeier verwies darauf, dass andere Kindertagesstätten spanische Arbeitskräfte einstellten. Simone Fuchs meinte, das Modell werde geprüft, allerdings müssten die spanischen Arbeitskräfte erst ein Anerkennungsjahr machen und benötigten viel Betreuung.

Ortschaftsrätin Sibylle Jung schlug vor, einen Erzieherinnen-Pool aus allen städtischen Einrichtungen zwecks Vertretung zu bilden. Fuchs meinte allerdings, dass dafür nicht genügend Personal zur Verfügung stehe.

Ortschaftsrat Jürgen Kempf sagte, dass übertariflich bezahlt werden könnte und die Stadt eine Wohnung vorhalten könnte, in die Erzieherinnen einziehen könnten, bis sie eine eigene Bleibe finden. Fuchs führte an, dass es den Erzieherinnen meist nicht um das Geld, sondern um die Arbeitsbedingungen ginge. Fuchs sagte zu, den Ortschaftsrat im Sommer erneut über die Entwicklung zu informieren.