Direkt am Eingang fällt bereits das große Plakat ins Auge, dass auf die wichtigsten neuen Regeln hinweist. Nachdem die Veranstaltung im Frühling auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt wurde, hat sich die Veranstalter-Familie Buhmann ein Hygiene-Konzept ausgedacht. Nur so konnte der Herbstrummel von der Stadt Rheinfelden genehmigt werden.

Deswegen gilt jetzt: Maskenpflicht auf den Bahnen, im Wartebereich der Stände und in den Sanitäranlagen, ein Einbahnstraßensystem auf dem gesamten Gelände, sowie der Hinweis auf die Einhaltung des Mindestabstandes. An den Essens-Ständen finden sich Desinfektionsmittel-Ständer, die per Tritt auf eine Pedale bedient werden können.

Infotafeln, Desinfektionsmittel und Durchsagen – das alles gehört zum Rummel 2020.
Infotafeln, Desinfektionsmittel und Durchsagen – das alles gehört zum Rummel 2020. | Bild: Sophia Kaiser

Am Eingang werden die Besucher registriert und müssen, wie bei einem Restaurantbesuch, ihre Kontaktdaten hinterlassen. Der Eintritt ist frei. Auf dem Gelände selbst tönt von allen Ecken laute Musik, blickende Lichter weisen den Weg zu den Fahrgeschäften.

Es riecht nach gebrannten Mandeln. Ein Autoscooter, eine Trampolinanlage, eine Hochgeschwindigkeitsbahn, ein Kettenkarussell, zwei kleinere Bahnen für Kinder sowie mehrere verschieden Stände fürs Dosenwerfen, Enten angeln oder Schießen sind auf der Fläche verteilt. Vor allem die neue Attraktion, das Geisterhaus, fällt durch die aufwendige Deko ins Auge. Hier können Besucher sich durch dunkle, schmale Gänge einmal quer durchs Haus bewegen. Begleitet wird man dabei von dem ein oder anderen Monster, das sich hinter der nächsten Ecke versteckt.

Durch das regnerische und kalte Wetter will am Samstag keine wirkliche Rummel-Stimmung aufkommen. Dabei dürfen bis zu 470 Personen auf das Gelände. Trotzdem sind alle Schausteller darum bemüht, ihre Gäste zufrieden zu stellen. Im neuen Biergarten im hinteren Teil des Geländes werden Schirme als Schutz vor dem Regen aufgespannt. Dort fand sich in den vergangenen Jahren noch ein Zelt, das ebenfalls wegen des neuen Hygiene-Konzeptes durch die Freiluft-Variante ersetzt wurde. Auf dem Autoscooter springen mangels genügend Besucher kurzerhand die Bahnbetreiber mit in ein Auto, damit es für die Fahrgäste nicht langweilig wird.

In den Pausen zwischen den Bahnen kann man sich an verschiedenen Essensständen mit einer Wurst, Pommes oder auch Bier stärken. Für die Süßigkeiten-Liebhaber gibt es jetzt einen Churros-Stand auf dem Gelände. Überall gilt: Beim Anstehen Maske auf. Erst an den Tischen darf sie dann wieder abgelegt werden. Die Sicherheit der Besucher steht für die Betreiber an erster Stelle. An den einzelnen Buden stehen Infoschilder und in regelmäßigen Abständen ertönt eine Lautsprecher Durchsage, die an den Mindestabstand und das Tragen der Masken erinnert.

Vor allem die Maskenpflicht wird von den Besuchern mit geteilter Meinung gesehen. „Die Hygiene-Konzepte wurden von Leuten entwickelt, die mehr Ahnung davon haben als ich. Das haben wir zu respektieren. Das Wichtigste ist ja, dass die Schausteller ihre Einnahmen bekommen können“, sagt Peter Brugger. Andere Besucher reagieren mit Unmut auf die Maskenpflicht, vor allem da das Gelände im Freien liegt und am Eröffnungstag die große Menschenmasse ausbleibt. „Mindestabstand ja, Maskenpflicht nein“, antwortet Claudia Schüler auf die Frage nach ihrer Meinung zu den Hygienemaßnahmen.

Gewöhnungsbedürftig ist die Einbahnstraßen-Regelung, die die Besucher das Gelände nur kreisförmig ablaufen lässt. Will man wieder an einen Stand am Anfang zurück, muss man mehrere Runden im „Kreisverkehr“ drehen. „Klar müssen sich die Besucher da erst dran gewöhnen. Gerade für Familien mit kleineren Kindern ist die Laufrichtung am Anfang herausfordernd. Die Kinder wollen ja lieber frei herumrennen können. Ich denke aber, dass sie sich damit auf jeden Fall arrangieren werden“, sagt Nicole Buhmann.

Für die Schausteller selbst ist es wichtig, dass der Herbstrummel stattfinden kann, denn das sind die ersten richtigen Einnahmen dieses Jahr, so Buhmann. Nach der zeit- und kostenintensiven Planung freut Buhmann sich jetzt auf zwei Wochen, statt den üblichen neun Tagen, mit hoffentlich besserem Wetter und vielen Besuchern.

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