Sieben Monate lang konnte der Rheinfelder Kammerchor nicht mehr gemeinsam proben. Am Montagabend trafen sich die Sänger unter Leitung von Dirigent Lukas Frank erstmals nach dieser langen Zeit wieder zu einer Chorprobe. Um die Abstände wahren zu können, wurde erstmals in der Kirche St. Michael in Grenzach-Wyhlen geprobt. Von den 22 aktiven Mitgliedern des Kammerchors waren an diesem Abend 13 nach Grenzach gekommen.

Normalerweise probt der Kammerchor in der Hans Thoma-Schule Warmbach, doch wegen der Abstandsregeln wurde ein größerer Raum gesucht. Der Chor ist dankbar, dass er in der Kirche St. Michael in Grenzach seine Chorarbeit wieder aufnehmen kann. Da der Notenwart Thomas Marter und Chormitglied Uschi Jehle in der Gemeinde St. Michael aktiv sind, konnte der Kontakt hergestellt werden.

Einstudiert werden die Stücke für das nächste Kirchenkonzert, das Ende Januar oder Anfang Februar in der Kirche St. Gallus in Warmbach geplant ist. „Da ist es von Vorteil, wenn wir in einem großen Kirchenraum proben können“, so Frank. Der Chorleiter will nach der Corona-Pause behutsam wieder in den Chorklang finden. „Es ist für uns ein ungewohnter Raum, in dem wir zum ersten Mal proben, auch das Singen mit Zwei-Meter-Abständen sind wir nicht gewohnt, da müssen wir probieren, wie es klingt.“ Lukas Frank hat für das kommende Kirchenkonzert ein Programm mit Chormusik aus Skandinavien unter dem Titel „Schön ist die Erde“ ausgesucht. Es sind schlichte, berührende Chorsätze, die auf Deutsch gesungen werden und „schön ins Ohr gehen“. „Etwas, das dem Chor und dem Publikum entgegen kommt“, so Lukas Frank.

Die Tonsprache der skandinavischen Chormusik gelte als mystisch, dunkel und melancholisch, sei aber auch naturverbunden und zuversichtlich, erklärte er dem Chor. Es seien auch Volksweisen darunter, nicht nur geistliche Lieder. In dieser Zeit der Ungewissheit sei es ihm wichtig, mit dieser Musikauswahl einen positiven Charakter herauszustellen und ein Gefühl der Zuversicht zu wecken, „dass wir wieder Musik machen und Musik genießen können.“

Alle Stücke würden auf Deutsch gelernt, wenn noch Zeit bleibe, könne die dänische Organistin, die beim Kirchenkonzert begleiten soll, das eine oder andere Stück mit dem Chor auf dänisch erarbeiten. Bei der ersten Probe wird das titelgebende Lied „Schön ist die Erde“ durchgenommen, in dem es heißt: „Die Menschen, sie wandern den Pilgern gleich“. Nach dem Einsingen gelingt es den Sängern auf Anhieb, einen schönen melodischen Chorklang zu bilden und „den Klang zu einem Ganzen zu formen“. „Der Raum hilft uns sehr, ich bin ganz begeistert“, lobt Dirigent Frank, „ich stelle mich auf einige sehr schöne Proben hier ein.“ Wie Frank sagt, seien drei oder vier Proben in der Grenzacher Kirche St. Michael vorgesehen. Danach werde man entscheiden, wie es weitergeht und ob man zum Proben in die Warmbacher Schule zurückkehren könne. Gastsänger, die bei einer Probe „hinein schnuppern“ möchten, sind willkommen.

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