„Es ist schade, dass der Neujahrsempfang der beiden Rheinfelden ausfällt. Das ist einer der schönsten Termine im ganzen Jahr. Wir wollen versuchen dieses Loch zu verkleinern“, begrüßte Jörg Moritz-Reinbach, Vorsitzender des Ortsvereins und Gemeinderat die Teilnehmer. Weitere sieben Teilnehmer hatten sich zur Videokonferenz zugeschaltet. Moritz-Reinbach übernahm die Moderation des lockeren Austauschs und forderte die Teilnehmer zur Vorstellungsrunde auf.

Die Teilnehmer

Als prominente Vertreter der Grünen nahmen der Bundestagsabgeordnete Gerhard Zickenheiner, der Landtagsabgeordneter Josha Frey (Wahlkreis Lörrach) und Niklas Nüssle, Kandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis Waldshut teil. Die Gemeinderäte Anette Lohmann und Alexander Strehmel hatten sich ebenfalls zugeschaltet. Strehmel betreute den parallel laufenden Chat, der aber letztlich nur genutzt wurde, um einen informativen Link über weltweite Fallzahlen der Corona-Pandemie zu teilen. Mit den Grünen-Mitgliedern Wolfgang Haselmann und Stefan Kahlert sowie dem ehemaligen Parteimitglied Danielle Hirschberger war die Runde komplett.

Der Bundespolitiker

Einen Einblick in die Bundespolitik gewährte Gerhard Zickenheiner, der auf Vorteile der Digitalisierung während der Pandemie verwies. Als Abgeordneter nimmt er viele Termine mittlerweile digital wahr, wodurch ihm zeitraubende Reisen erspart bleiben. „Dann muss ich auch nicht mehr fliegen“. Ein Vorteil, der sich daraus ergäbe, sei die nicht unbeträchtliche CO2-Einsparung. „Der virtuelle Raum hat sich gut entwickelt, was uns auch im Nachgang etwas bringen wird.“ Für die Bewältigung des Klimawandels würden zahlreiche Arbeitskräfte gebraucht. Zickenheiner verbindet damit die Hoffnung, dass Menschen, die während der Pandemie „aus der Kurve fliegen“, interessante Job-Angebote erhalten. Er berichtete, dass er den Bundestagswahlkampf im Sommer mit dem Lastenfahrrad bestreiten und dabei jede Kommune im Wahlkreis besuchen wolle.

Die Landespolitik

Josha Frey meinte, dass der Anschein trüge, dass während der Pandemie nichts in der Klimapolitik laufe. Die Landespolitik sei an dem Thema dran. Die Elektrifizierung der Hochrheinbahn würde er gerne beschleunigen, der Umbau der Automobilindustrie sei eingeleitet und zudem wünschte er sich eine bessere Verknüpfung von Carsharing, Velo und Bus. „Die technischen Möglichkeiten sind da. Man muss sie nur nutzen“, meinte Frey. Sorge bereitete ihm eine mögliche Konkurrenz für die Grünen. „Es ist wichtig, den Leuten klarzumachen, dass wir das Original sind. Es wäre fatal, wenn eine andere Gruppe als Partei auftun würde“, sagte Frey. Nüssle hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung und einen guten Ausgang bei der Landtagswahl. Er rechnete mit einem anderen Wahlkampf als bisher, der sich stärker digital abspielen werde.

Weitere Themen

Auch die neue Corona-Verordnung wurde diskutiert. Maßnahmen wie die 15-Kilometer-Regelung bei Hotspots oder die 2+1-Regelung bei privaten Kontakten stießen auf positives Echo. Frey erklärte, dass entgegen anders lautender Meldungen die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz auch in Baden-Württemberg eins zu eins umgesetzt würden. Hasselmann und Lohmann berichteten von ihren Erfahrungen mit Erkrankten und langfristigen Folgen auch bei jungen Menschen. Wichtig war den Teilnehmern, dass Pflegekräfte eine höhere Wertschätzung erführen. Trotz hoher Versprechen sei bei dieser Berufsgruppe finanziell nur wenig angekommen. Stefan Kahlert meinte, dass sich der Zustand städtischer Spielplätze verschlechtert habe. Danielle Hirschberger bedauerte, dass keine Zeit mehr blieb, über das Thema Flüchtlinge zu sprechen.