In Schweizer Rheinfelden wird es vorerst kein neues Hotel geben. Das Projekt von Mathias Finck am Gerstenweg ist vom Tisch, das Grundstück soll verkauft werden. Konkrete Verhandlungen laufen bereits.

Die Corona-Krise hat die Reisebranche hart getroffen. Das bekommt auch Mathias Finck zu spüren, Initiant des Hotel-Projektes am Gerstenweg 5 in Schweizer Rheinfelden und Besitzer der Firma „Spar mit Reisen“ in Basel sowie des Hotels Fini-Resort in Badenweiler. „Bei Spar mit Reisen hatten wir nicht nur viele Monate lang keinerlei Umsätze, sondern mussten wegen der beiden Lockdowns Anzahlungen für bereits gebuchte Reisen zurückerstatten. Konkret war dies ein Gesamtvolumen von über drei Millionen Franken, etwa ein Viertel unseres Jahresumsatzes“, erläutert Finck.

Schwere Zeit für Reisebranche

Das Schlimmste scheint jetzt aber vorüber zu sein: „Wir sind sehr dankbar, dass der Bund uns 2020 mit einem Liquiditäts-Kredit unterstützt hat. Außerdem war das Kurzarbeitsgeld sehr hilfreich, auch deshalb haben wir keinen einzigen Mitarbeitenden entlassen müssen. Seit Juni 2021 verkaufen wir wieder sehr erfolgreich unsere individuellen Autoreisen, die stark nachgefragt sind.“ Auch beim Fini-Resort in Badenweiler, das neun Monate komplett geschlossen war, laufe es jetzt wieder gut. „Für Reiseveranstalter und Hotels waren die letzten anderthalb Jahre eine extrem schwere Zeit. Heute können wir aber vorsichtig sagen, dass wir in Basel und Badenweiler die Corona-Krise überlebt haben, wenn auch mit einigen Blessuren“, erklärt Finck.

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Eigentlich wollte der Unternehmer ein Vier-Sterne-Hotel mit über 100 Zimmern und Hotel-Apartments bauen. Zudem beabsichtigte Finck, die Zentrale seines Reiseunternehmens nach Schweizer Rheinfelden zu verlegen und im Neubau unterzubringen. Die Pläne stellte er 2019 vor. Als das Baugesuch vorlag, gab es 27 Einwendungen. Daraufhin entschied er sich, das Projekt zu redimensionieren. Doch jetzt verabschiedet er sich ganz von den Hotel-Plänen und dem geplanten Neubau: „Das Hotelprojekt in Schweizer Rheinfelden haben wir schweren Herzens aufgegeben. Aktuell suchen wir einen Käufer für das Land; wir befinden uns in konkreten Verhandlungen“, sagt Finck.

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Nicht vom Tisch ist hingegen der Plan, sein Unternehmen nach Rheinfelden zu verlegen. „Im Zuge der Planung für das Hotel-/Bürogebäude haben wir uns zwei Jahre intensiv mit Schweizer Rheinfelden beschäftigt. Wir sehen hier mittelfristig unsere Zukunft für „Spar mit Reisen“. Wir haben auch angefangen, uns mit Büroflächen zur Miete zu beschäftigen.“

Das Unternehmen zählt aktuell 70 Mitarbeitende in Basel. Corona und Homeoffice haben einiges verändert. „Wir werden in Zukunft weniger Fläche, aber flexiblere Arbeitsplätze und Zeitmodelle brauchen. Deshalb wäre 2022 oder 2023 ein idealer Zeitpunkt für uns, mit unserem Unternehmen ins Fricktal zu gehen“