Sein Leuchten soll ab Totensonntag im fünften Jahr hintereinander die Herzen der Menschen auf dem Dinkelberg erwärmen. Wie lief das ab? Auf auf dem Otto-Deißler-Platz ist eine große L-Teleskop-Arbeitsbühne aufgebaut, der Platz gesperrt. Wolfgang Wolter, Initiator und Projektleiter Elektro, und Helfer Matthias Bernbach, steigen zusammen mit Baumpfleger Fred Burri und den Baumkletterern Peter Styrnol und Simon Bauman auf die Hebebühne, Joe Haas bringt sie alle in die Höhe.

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Die beiden Baumkletterer lassen sich am Seil in das Innere des Mammutbaumes fallen. In den Ästen hängend kümmern sie sich um die Gesundheit des Baumes. Baumann und Styrnol schneiden befallene Triebe und das Dürrholz ab. Dies tun sie, um den Infektionsdruck des Baumes zu senken. „Hinterher sieht der Baum wieder viel schöner aus“, ergänzt Fred Burri. Obwohl die Temperatur an diesem nebligen, nass-kalten Vormittag lediglich zwei Grad Celsius beträgt, kommen vor allem die drei Baumpfleger ganz schön ins Schwitzen. „Durch den Nebel ist der Baum sehr nass und die Äste sind schwer“, erklärt Peter Styrnol. „Vom Mammutbaum musste die kaputte Krone abgesägt werden, das ist fast ein Meter. Jetzt misst er etwas über 35 Meter“, ergänzt Wolfgang Wolter.

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Der Eichsler Mammutbaum ist ein „Sequoiadendron Giganteum“, der zu der Familie der Zypressengewächse zählt. Er kränkelt schon seit einiger Zeit. Seine großen Wurzeln sind durch den Asphalt dem Otto-Deißler-Platz ringsherum eingeschränkt. Die Folgen sind in der Krone zu beobachten: Die braunen Äste zeugen von Trockenheit und Pilzbefall. Deshalb muss ein Meter abgeschnitten werden. Ziel der Aktion ist es, das Triebsterben und die Weiterverbreitung des Pilzes einzudämmen. „Den Pilz wird man nie ganz aus dem Baum herausbekommen. Aber man kann seine Lebensbedingung und Vitalität deutlich verbessern“, so Burri. „Dazu gehört auch, das Baumfeld ausreichend zu bewässern, zu Mulchen sowie Sträucher zu entfernen.“ Etwas Kosmetik gibt es für den Mammutbaum, der bald wieder strahlen soll, obendrauf: Wolfgang Wolter und Matthias Bernbach haben nach fünf Jahren erstmals die Elektrolämpchen auf Vordermann gebracht. Rund 300 Meter Kabel mit 1800 neuen LED-Lämpchen wurden frisch verlegt.

Nach mündlicher Überlieferung wurde der Mammutbaum im Jahre 1902 von den Pflanzdamen Anna Brugger und Lina Bernbach in den damaligen Pfarrgarten gepflanzt. Die Pflanzdamen waren junge Frauen, die Bäume setzten und Seegras für Matratzen und Seile schnitten. Der damalige Kurfürst von Baden soll eine Vorliebe für Mammutbäume gehabt haben. Die gesamte Anlage in Ober-Eichsel wurde von Gärtnermeister August Graner aus Stetten angelegt. Nach über elf Jahrzehnten des Wachstums hatte der Eichsler Neubürger Wolfgang Wolter 2016 die Idee, den Mammutbaum als einen leuchtenden Weihnachtsbaum zu gestalten. Wolter arbeitete in der Schweiz und hatte beruflich mit der Materie zu tun. Und beim damaligen Ortsvorsteher Reinhard Börner stieß er mit seiner Idee auf offene Ohren. Es wurde ein Spendenkonto eingerichtet und Weihnachten 2017 leuchtete der Mammutbaum dann zum ersten Mal bis tief ins Tal hinab, die Premiere war mit einem Festakt verbunden.

Seit dem ersten Weihnachtsleuchten war die Behandlung am Freitag die erste in diesem Ausmaß. Die Pflegemaßnahmen organisiert und beauftragt hat das Bauamt der Stadt Rheinfelden, die auch die Kosten trägt. Den Kran bezahlt die IG Mammutbaum aus dem Spendentopf, in dem sich gut 4000 Euro befinden.