In der Corona-Hochphase war beim Nachbarschaftshilfe-Projekt „Rheinfelden hält zusammen“ das Telefon heiß gelaufen. Fast 140 Anfragen und 75 Hilfsangebote liefen vor allem in der täglichen Telefonsprechstunde auf. Da die Zahl der Anfragen inzwischen deutlich zurückgegangen ist, wird die telefonische Sprechstunde wieder eingestellt.

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Am 18. März hatte das Rathaus Corona-bedingt für den Publikumsverkehr die Türen geschlossen. Die Webseite des Nachbarschaftshilfe-Projekts „Rheinfelden hält zusammen“ ging schon am 26. März online. Zur Realisierung der Idee, die gleich mit dem Lockdown Mitte März aufkam, brauchte das Amt für Familie, Jugend und Senioren und die zuarbeitenden Verwaltungsbereiche nur zehn Tage, sagte Bürgermeisterin Diana Stöcker. Auf der Webseite sind die Kontaktdaten von über 80 Beratungs- und Hilfsangeboten veröffentlicht. Neben einer E-Mail-Adresse und einem Kontaktformular wurde auch eine telefonische Sprechstunde eingerichtet. Um die ältere, weniger internetaffine Generation zu erreichen, wurden alle Rheinfelder ab 70 Jahren direkt angeschrieben.

Viele Bürger greifen zum Hörer

„Das Angebot war für viele Menschen ganz wichtig, sonst hätten sie nicht zum Hörer gegriffen“, sagte Bürgermeisterin Diana Stöcker. Die Telefonsprechstunde übernahmen Mitarbeiter von Quartiersmanagement, Seniorenbüro, Jugendreferat sowie den Abteilungen „Frühkindliche Bildung und Betreuung“ und „Soziale Stadt“ und „Bürgerservice“. Externe Unterstützung gab es von der AGJ Wohnungslosenhilfe und der Caritas und dem Rathauscafé, so dass insgesamt elf Personen Schichten der täglich sechsstündigen Telefonsprechstunde übernehmen konnten.

Die Wichtigkeit des Angebots konnte an der Resonanz festgestellt werden. „Gerade am Anfang der Corona-Hochphase wurde wir mit Anfragen überrannt“, berichtet Günther Schmidt vom städtischen Quartiersmanagement. Schriftliche Kontaktwege wurden weniger in Anspruch genommen, die meisten Anfragen kamen über das Telefon. Insgesamt liefen 138 Hilfsanfragen auf, davon entfielen 20 auf Versorgung und Einkauf, 15 betrafen Schutzmasken und zehn Anfragen die ärztliche Versorgung. Wichtige Themen waren auch der Grenzverkehr, Kinderbetreuung und Abfallwirtschaft. Nur Einzelfälle betrafen häusliche Gewalt, Ehescheidung, Obdachlosigkeit oder Schulden.

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„Die Bereitschaft zu helfen und Dinge zu spenden war sehr groß“, meinte Christine Tortomasi von der Quartiersarbeit. 75 Unterstützungsangebote gingen beim Nachbarschaftshilfe-Projekt ein. In 23 Fällen wurden private Hilfsangebote gemacht, in 19 Fällen Organisationshilfe, in 15 Fällen gab es Spenden von Kurzwaren oder Zubehör, 13 Personen meldeten sich bereit, Masken zu nähen, und fünf Angebote für Lieferdienste gingen ein. Insgesamt wurden 642 selbstgenähte Mund-Nase-Masken von privaten Näherinnen an „Rheinfelden hält zusammen“ gespendet, davon wurden mehr als 400 Masken an Senioren und Einrichtungen verteilt, führte Schmidt an.

Anfragen werden im Juni weniger

Im Juni hat die Häufigkeit der Anfragen dann abgenommen und die telefonische Sprechstunde wurde auf zwei Stunden am Tag zurückgefahren. Schmidt erklärt, dass aufgrund des aktuell geringen Bedarfs die Sprechstunde ab Juli eingestellt wird. Die anderen digitalen Kontaktmöglichkeiten bleiben bestehen und der Anrufbeantworter wird auch wie bisher täglich abgehört. „Corona ist nicht vorbei und kann jederzeit schnell wieder aufflackern“, meint Stöcker. „Das Schöne ist, dass es wie eine Blaupause ist, die man in der Schublade hat.“ Bei einer zweiten Corona-Welle kann die telefonische Sprechstunde sofort wieder aktiviert werden.

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