Zu einem sommerlichen Kunstfest unter freiem Himmel wurde die Matinee anlässlich der Doppelausstellung „In Bewegung“ von Petra Heck und Manfred Schmid am Sonntag vor dem Rheinfelder Haus Salmegg. Nachdem es keine offizielle Vernissage geben konnte, wurde nun während der bereits eröffneten Ausstellung eine Midissage ausgerichtet.

Viele Kunstfreunde nutzten am Sonntag die Gelegenheit, sich von den beiden Künstlern in kleinen Gruppen durch die Schau führen zu lassen. Zuvor gab es aber einleitende Worte. Es sei sehr wichtig, dass Kultur auch in diesen bewegten und schwierigen Zeiten stattfinden könne, sagte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, der die zahlreichen Gäste bei Sonnenschein auf dem Platz vor dem Haus Salmegg begrüßte und eine Laudatio auf die beiden Rheinfelder Künstler hielt.

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Petra Heck habe auf dem Feld der modernen Malerei einen eigenen Stil gefunden. In schwungvollen Bewegungen bringe sie Farbe auf die Leinwand. Ihre Bilder sprühten nur so vor Farbe und Vitalität. Durch den expressiven Farbauftrag und die leuchtende Kraft der Farben strahlten die Arbeiten viel positive Energie aus. Eberhardt wies auch auf Petra Hecks Aquarelle mit Pflanzen- und Tierdarstellungen hin, die während des Corona-Lockdowns entstanden waren.

Manfred Schmid sei den Rheinfeldern bestens bekannt als früherer Konditormeister, der sich seit 1998 ganz der Kunst widme. Durch Kurse an der Basler Schule für Gestaltung habe er das figürliche Modellieren von der Pike auf gelernt. Sein Schwerpunkt seien figürliche Skulpturen in Ton, Alabastergips und Bronzegüssen. Formvollendet halte Schmid in seinen Figuren Momente, Bewegung und Gesten fest und stelle auch Alltagssituationen dar, so Eberhardt, der sich über das große Interesse an der Kunst in Rheinfelden freute.

„Was lange währt, wird endlich gut“, spielte Petra Heck auf die bangen Unsicherheiten bei der Planung der Schau an. Umso mehr galt ihr Dank dem Kulturamtsteam um die neue Leiterin Henrike Fuder, die sie sehr unterstützt hätte und die Idee zu dieser „Midissage“ hatte, und dem Werkhof, der beim Aufbau geholfen habe.

In kleinen Gruppen von je zehn Besuchern führten die Malerin und der Bildhauer, mit Mund-Nasen-Masken und unter Wahrung der Abstände, durch die Ausstellung, während andere draußen warteten. Petra Heck erläuterte, wie sie bei ihrem Action Painting impulsiv die Farben auf ihre Bilder schütte und viel Dynamik, fließende Formen und Emotion hineinbringe. Ihre Malerei sei immer im Fluss und entstehe aus dem Prozess, „aus dem Bauch“ heraus.

Auch Bildhauer Manfred Schmid ging beim Rundgang mit den Besuchern auf seine Arbeiten ein, etwa auf die Frauenporträts in Ton oder die Keramikobjekte, die in der Erde oder mit Rauchbrand gebrannt würden. Musikalisch einfühlsam begleitet wurde die Matinee von dem Saxophonisten Ralf Geisler, der eigene Stücke zu den Bildern und Skulpturen spielte. So kamen zu den Farbklängen noch Klangfarben hinzu. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 30. August, zu sehen.