Die niedrige Inzidenz machte es möglich, dass auch der zweite Wertetag mit Publikum vor der Christuskirche begangen werden konnte.

Wie beim ersten Wertetag im Juli vergangenen Jahres zeigten Pfeile die Laufrichtung an und die Kontaktdaten der Besucher wurden am Einlass aufgenommen. Den Besuchern wurde ein Kärtchen ausgehändigt, dass sie beim Verlassen wieder abgeben mussten, um so die Zahl der Anwesenden erfassen zu können.

Musik und Reden vor Christuskirche

Vor der Christuskirche war eine Bühne aufgebaut worden, vor der sich die Besucher auf Bierbänken niederlassen konnten, um dem abendfüllenden Programm mit Musik, Reden und Diskussionsforen folgen zu können.

Am Sitzplatz durfte der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden. Am Kirchenportal bleibt auch nach Abschluss des Wertetages das Wertekreuz stehen, wo in den kommenden Tagen Menschen ihre auf Zettel notierten Gedanken aufhängen können, die in die weitere Auswertung des Wertejahres einfließen.

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Organisator Gerd Sauer eröffnete den Wertetag, den die evangelischen Kirchengemeinden, die katholische Seelsorgeeinheit, die Stadtverwaltung und der Stadtkinoverein zusammen ausrichteten.

Diana Stöcker lobte die mehr als 20 Helfer, die 200 Stunden in die Organisation des Wertetags gesteckt hatten. „Es ist meine Hoffnung, dass wir nicht nur in den vergangenen 18 Monaten über Werte gesprochen haben, sondern dass es auch ein Impuls für weitere Diskussionen war“, sagte Stöcker. Gerne würde sie nächstes Jahr einen dritten Wertetag feiern.

Musikalisch rahmte die Band The Handicaps aus dem St. Josefshaus unter Leitung von Musiktherapeut Stefan Nottbrock den ersten Teil der Veranstaltung ein. Den zweiten Teil begleitete das Jazzduo C14 des Georg-Büchner-Gymnasiums. Matthias Haller am Schlagzeug und Dennis Liske am Keyboard begeisterten die Zuhörer mit beschwingten Stücken. Sauer kündigte an, dass der Stadtkinoverein einen Stummfilmtag plane und das Duo als Begleitmusik dafür angefragt werden solle.

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Redakteurin Verena Pichler moderierte die zwei Diskussionsforen. Im ersten ging es um Erfahrungen ausgewählter Gäste in der Corona-Pandemie. Buchhändlerin Patricia Merkel erklärte, sie sei froh darüber gewesen, ihr Geschäft nicht in einer anonymen Großstadt zu führen, sondern in einer Kleinstadt, wo sie sich während des Lockdowns auf die Stammkundschaft verlassen konnte. Abiturient Ben Laleike kritisierte, dass der Jugend im ersten Lockdown viel Solidarität abverlangt worden sei, aber nach sechs Monaten immer noch keine Hygienekonzepte für die Schulen vorlagen.

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Kitaleiterin Heike Korovilla wünschte sich, dass Kindergärten genauso viel Aufmerksamkeit wie Schulen bekämen. Bürgerheimleiterin Irene Sorg und Altenpflegerin Alexandra Kaiser berichteten, wie das Team in der Pandemie zusammengewachsen sei, aber die Seelsorge für Bewohner und Mitarbeiter zu kurz gekommen sei.

Krankenhausseelsorgerin Dorothea Flaig hatte die positive Erfahrung gemacht, in einem Team arbeiten zu können, das nicht den Kopf in den Sand steckte. Daran schloss das zweite Forum mit dem Schweizer Philosophen Andreas Urs Sommer und Sarah Händel vom Verein Mehr Demokratie an (wir berichten noch).

Gruppen informieren über Angebote

Rund ums Geschehen hatten Gruppen als Akteure im Wertejahr Stände aufgebaut. Das Familienzentrum informierte über Aktionen im Corona-Jahr 2020 und kommende Angebote.

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Im Mai war die evangelische Kirchengemeinde im Rahmen des Grünen Gockels rezertifiziert worden und informierte über ihre Maßnahmen zur CO2-Einsparung. Seit März 2020 trifft sich die von Elaine Leypoldt initiierte Nachbarschaftsgruppe Corona-Singen in der Karl-Fürstenberg-Straße, wo bis zu 18 Menschen gemeinsam von den Balkonen oder in einem Garten singen. Andrea Bernbach und Theodor Graser stellten die Kooperation Tiny House Südbaden & Schwarzwald vor.

Auch für Verköstigung war gesorgt. An einem Stand versorgten die Helfer aus dem Kreis der Kirchenältesten der Christus- und der Paulusgemeinde die Besucher mit gekühlten Getränken und türkischem Börek. Zum Abschluss zeigte der Stadtkinoverein Kurzfilme über Rheinfelder Gruppierungen wie das Stadtgärtle, die im Corona-Jahr aufgezeichnet worden waren.