Seit dem Ende des Corona-Lockdowns trainieren beim Turnverein Rheinfelden (TVR) bislang nur die Abteilungen Leichtathletik und Geräteturnen unter Auflagen im Europastadion. Nach den Sommerferien sollen auch die anderen Abteilungen den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen.

Thomas Rist und Ida Heidemann sprechen über die Lage beim Turnverein.
Thomas Rist und Ida Heidemann sprechen über die Lage beim Turnverein. | Bild: Horatio Gollin

Am Eingangstor zum Europastadion steht Kassiererin Gaby Rist und notiert sich die Namen der zum Training eintreffenden Mitglieder. Jeder wird erfasst, sodass bei einem möglichen Krankheitsfall eine lückenlose Rückverfolgung stattfinden kann. Die jugendlichen Leichtathleten sind zudem angehalten, sich schon im Vorfeld verbindlich zum Training anzumelden. Nach der Ankunft müssen sie zunächst die Hände waschen und desinfizieren. Die Eltern dürfen nicht mehr ins Stadion kommen und auf der Tribüne warten, während ihre Kinder Speer- und Diskuswerfen üben oder auf der Tartanbahn ihre Runden laufen.

Das Training der Leichtathletikabteilung läuft nach den Lockerungen der Landesregierung wieder seit dem 19. Mai. Das Europastadion war unter den Vereinen neu aufgeteilt worden und Thomas Rist, Vorsitzender Sport, ist froh, dass der TVR Dienstag und Donnerstag als Trainingstage behalten konnte. Zunächst waren die Auflagen noch sehr streng und nur Kleingruppen von vier Personen durften zusammen trainieren. Mittlerweile sind wieder Gruppen von bis zu zehn Personen erlaubt. Kinder unter elf Jahren wurden nicht zum Training zugelassen, da diese die Regeln nicht richtig umsetzen. Bei den älteren klappe das gut. „Die Kids haben die Regeln verstanden und man hat gemerkt, die sind froh, wieder etwas machen zu dürfen“, sagt Rist. Die Eltern hätten verständnisvoll reagiert und Kündigungen wegen des eingestellten Sportbetriebs blieben aus.

Vier Phasen

Seit dem Lockdown im März ging der Trainingsbetrieb durch vier Phasen, erklärt Ina Heidemann, Vorsitzende Verwaltung. Zunächst musste der komplette Sportbetrieb eingestellt werden. In der zweiten Phase konnten die Sportler unter strengen Auflagen trainieren, Sportgeräte mussten desinfiziert werden und ein Athlet musste immer den gleichen Speer nehmen. In der dritten Phase durften die Gruppen wieder größer werden, bei den Läufern musste nicht mehr jede zweite Laufbahn frei gehalten werden und Staffeltraining wurde wieder zugelassen. „Wir hatten den Raum im Stadion nach Gruppen aufgeteilt. Jetzt gelten im Freiraum nur 1,5 Meter als Sicherheitsabstand“, sagt Heidemann. Seit vier Wochen gelten weitere Lockerungen. Anfangs waren die Vereinsmitglieder unter sich, mittlerweile sind auch wieder andere Vereine gleichzeitig im Stadion.

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Während die Geräteturner ebenfalls das Training wieder aufnehmen konnten und ins Stadion auswichen, können andere auf die Fécamphalle angewiesene Abteilung aufgrund der Bestimmungen noch nicht trainieren. Bis Ende Juli gilt in der Halle noch eine Coronabelegung und die frei gewordenen Zeitfenster wurden an andere Vereine wie etwa Musikvereine vergeben. Nach den Sommerferien soll die reguläre Belegung wieder gelten und die anderen Abteilungen des Turnvereins sollen wieder mit dem Training beginnen können. Rist und Heidemann sorgen sich allerdings, dass die Coronabelegung verlängert wird. „Dann können wir nicht, wie geplant, zum Programm zurückkehren“, so Heidemann. „Wir brauchen die Zeiten für die Abteilungen, die nach den Sommerferien starten wollen.“

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Bis vor zwei Wochen waren keine Wettkämpfe erlaubt. „Die Situation hat sich entspannt, aber die Regeln waren so streng, dass wir bis Ende Juli auf 100 Personen beschränkt gewesen wären“, so Rist. Das Nachtmeeting wurde zunächst auf den 11. September verschoben, da dann 500 Personen ins Stadion kommen dürften. Allerdings wurde die baden-württembergische Meisterschaft auf das Wochenende gelegt und auch Wettkämpfe in der Schweiz sollen dann stattfinden. „Daher haben wir uns entschlossen, dass Nachtmeeting komplett abzusagen“, so Rist. Nur für Jugendliche unter 16 Jahren soll ein Wettkampf geboten werden.