Außergewöhnlich in der Machart sind die Werke zweier Künstlerinnen, die seit Sonntag im Haus Salmegg in Rheinfelden ausstellen. Die Keramikobjekte von Monika Debus und die kalligrafische Schriftkunst von Chris van Weidmann harmonieren sehr schön in dieser Doppelausstellung. Mit feinem Gespür hat der Arbeitskreis Kunst des Haus Salmegg-Vereins unter Leitung von Nicole Aellig-Kurz die beiden Künstlerinnen zusammengebracht. Zart, filigran und feinsinnig sind die Schriftzeichnungen der ausgebildeten Kalligraphin Chris van Weidmann.

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Die in Grenzach-Wyhlen und Lörrach aufgewachsene Schriftkünstlerin, die im schweizerischen Chur lebt, schreibt mit feinstem Tuschestift Bildergeschichten auf Papier. Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Satz für Satz entstehen in dieser faszinierenden Schriftkunst ganze Texte, die zu bildlichen Motiven gestaltet werden. „Ich gebe dem Text eine Form“, erklärt die Künstlerin ihre Technik mit schwarzer Tusche auf weißem Papier. Als Hommage an den Ausstellungsort hat sie nach einem alten Foto das Haus Salmegg dargestellt aus einem handgeschriebenen Text über die Entstehung des Hauses.

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In ihren neuesten Arbeiten geht es der Schriftkünstlerin um Achtsamkeit und Wertschätzung im Leben, die sie anhand zarter Mädchenfiguren symbolisiert. Eine Tänzerin in Ballettpose auf Spitzenschuhen, eine junge Frau mit Kamera vor dem Gesicht, ein Mädchen auf der Schaukel oder eine Mutter mit Kind versinnbildlichen dies. Alle Figuren entstehen aus handgeschriebenen Texten. Oft bringt die Kalligraphin kleine Schmetterlinge, Kraniche und andere Vögel aus Papier in Origami-Falttechnik in die Schriftbilder ein. Ob es die Nachtigall von Hans Christian Andersen ist, oder Insekten wie eine Biene, Ameisen und eine Spinne am Faden – stets steht man staunend vor diesen haarfein geschriebenen Schrift-Bildern.

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In den jüngsten Arbeiten geht Debus weiter weg von der Gefäßform hin zu Wand- und Bodenobjekten in wellenartigen Formen. Auf diesen Objekten sind deutlich die Strukturen des Salzbrands zu erkennen, die Salzkörner, die beim Entstehungsprozess in die Scherben fallen. Die Formen lassen vielfältige Assoziationen offen. Ein Objekt erinnert in der Form und den grünlichen Strukturen an einen Pilz, an Waldiges, Flechten, Moos. Ein anderes hat etwas von einem Bilderrahmen oder einem Rollkragen.

Die Ausstellung ist noch bis 9. Januar jeweils samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr im Haus Salmegg in Rheinfelden zu sehen. Am letzten Ausstellungstag sind die Künstlerinnen erneut anwesend.