Nach der Vorstellung der SPD beziehungsweise der Jusos sollten Kinder, Jugendliche und Azubis während der Sommerferien sechsmal freien Eintritt ins Freibad Rheinfelden bekommen. Dafür sollten in den Schulen Stempelkarten ausgegeben werden. Die Verwaltung lehnte diesen Vorschlag ab. Seit vielen Jahren gebe es in der Stadt den Familienpass, der Menschen mit geringem Einkommen einen vergünstigten Zutritt gewähre. Erwachsene zahlen damit zwei Euro, Kinder und Jugendliche einen Euro. Außerdem gibt es den Sommerferienpass, der für Inhaber des Familienpasses gratis ist und für die übrigen 20 Euro kostet. Mit diesem Pass können Kinder von fünf bis 17 Jahren während der Sommerferien ins Bad. Die Verwaltung begründet ihr Veto außerdem damit, dass die Vergünstigungen auch Menschen ohne wirtschaftliche Not träfen, wozu keine Veranlassung bestehe. Auch sei der Verwaltungsaufwand zu hoch.

Karin Paulsen-Zenke (SPD) zeigte sich von dieser Argumentation enttäuscht. Mit den kostenlosen Eintritten wolle man sich bei den jungen Menschen erkenntlich zeigen, die durch die Corona-Krise Einschränkungen erfahren und sich mit den älteren Mitmenschen solidarisch gezeigt hätten. „Das ist ein Zeichen, dass wir ihre Solidarität nicht vergessen haben.“ Fraktionskollege Gustav Fischer kritisierte das „Totschlagargument“ Verwaltungsaufwand. „Das höre ich hier immer, das möchte ich mal in Euros ausgerechnet bekommen.“

Paul Renz (CDU) erklärte, dass Rheinfelden tue als andere Kommunen. Karin Reichert-Moser (Freie Wähler) kritisierte die SPD, sich nicht mit den übrigen Fraktionen besprochen zu haben. „Aber dann wär‘s halt nicht so spektakulär gewesen.“ Christiane Poppe (Sören) meinte, den Antrag mittragen zu können. „Häufig geben die Kinder ja ihr Taschengeld fürs Freibad aus, das könnten sie so sparen.“ Letztlich stimmten 14 Gemeinderäte dagegen und elf dafür. Der Verwaltungsvorschlag, am ersten und letzten Öffnungstag allen Gästen freien Eintritt zu gewähren, bekam mit 16 Ja-Stimmen und neun Nein-Stimmen die Mehrheit.

Anders fiel die Abstimmung aus, drei Becken nicht zu heizen, um Gas zu sparen. Davon betroffen wären das 50-Meter-, das Rutsch- und Sprungbecken. Die übrigen blieben bei 22 beziehungsweise 28 Grad im Warmwasser- und Innenbecken. Bäderbetriebsleiter Daniel Klein berichtete, dass die Gaspreise 27 Prozent höher lägen als im Vorjahr. „Wenn es zu Rationierungen kommen sollte, werden wir ohnehin abgeschaltet“, so Klein. Würden die Becken kalt bleiben, spare man rund 11.000 Euro. Doch damit war der Gemeinderat nicht einverstanden. „Heizen ist zwar ein Luxusgut, aber unser Bad würde dadurch weniger attraktiv“, sagte Karin Paulsen-Zenke (SPD). Reinhard Börner (Freie Wähler) befand 18 Grad – laut Klein die Minimaltemperatur bei längeren Schlecht-Wetter-Perioden – für zu kalt, gerade für Kinder oder Senioren.

Die CDU brachte den Gegenantrag vor, statt die Heizung ganz abzustellen, die Temperatur um zwei Grad abzusenken. Lediglich die Grünen und Sören konnten sich mit der Idee, die Becken kalt zu lassen, anfreunden. Jörg Moritz-Reinbach (Sören) mahnte jedoch an, sich schnell um technische Lösungen zu bemühen, wie eine Solar-Therme. Damit mache etwa Grenzach-Wyhlen gute Erfahrungen. Karin Reichert-Moser (Freie Wähler) regte eine Abdeckung an, um Wärmeverluste über Nacht zu verhindern. „Da sind Sie gleich bei einem sechsstelligen Betrag, mit einer Gartenfolie ist es nicht getan“, so OB Klaus Eberhardt. Angesichts des Abstimmungsergebnisses – 21 Räte stimmten für den CDU-Antrag, der damit angenommen ist – meinte Eberhardt sarkastisch, dass er gespannt sei, wie die weiteren Diskussionen um den Masterplan Klimaschutz ausfallen, den der Gemeinderat verabschiedet hatte.