Die Stadt Rheinfelden/Schweiz will die Voraussetzungen für einen Seilpark und andere Freizeitangebote im Waldgebiet Schiffacker schaffen. Mit einer schnellen Realisierung solcher Anlagen ist aber nicht zu rechnen. An der Infoveranstaltung der Stadt sind kritische Fragen gestellt worden.

Die Idee ist nicht neu, bereits 2005 gab es erste Gedanken zu einem Seilpark im Gebiet Schiffacker. „Wir sind immer noch in der Planung, doch jetzt ist sie konkreter“, erklärte Stadtoberförster Kurt Steck anlässlich einer Info-Veranstaltung der Stadt. Rund 50 Interessierte nahmen daran teil. „Wenn wir wollen, dass sich die junge Generation für den Wald interessiert und bodenständig bleibt, dann müssen wir Naturerfahrungen ermöglichen“, sagte Steck.

Und dazu auch noch einen Bikeparcours

Für die Errichtung eines Seilparks und eventuell eines Bikeparcours (Natur-Pumptrack) will die Stadt im Schiffacker eine 3,65 Hektar große Freizeitzone Wald ausscheiden. „Ein solches Angebot muss naturverträglich sein, wir wollen nicht kaputt machen, was wir vermitteln wollen“, betonte Steck. Im Aargau gebe es derzeit keinen Seilpark mehr, Schweizer Rheinfelden hätte damit ein Alleinstellungsmerkmal. Das Projekt sei regional abgestimmt, der Planungsverband Fricktal Regio habe sich zustimmend geäußert. Die Vorprüfung des Kantons ist positiv aus ausgefallen.

Maximal 90 Bäume für die Kletterer

Neben einer Teiländerung des Nutzungsplans Kulturland braucht es ebenfalls einen Gestaltungsplan mit Sondernutzungsbestimmungen – beides ist derzeit in Erarbeitung. Die Bestimmungen sind streng, wie Steck ausführte: „Die Seilpark-Anlage darf maximal 90 Trägerbäume aufweisen. Befestigungen sind baumschonend anzubringen. Die Bau- und Betriebsbewilligungen werden auf zehn Jahre befristet.“ Nach Ablauf der Bewilligung oder bei vorzeitiger Betriebsaufgabe ist die Anlage innerhalb von zwölf Monaten durch die Betreiberin auf eigene Kosten rückzubauen; die Stadt kann dafür eine finanzielle Rückstellung verlangen.

Förster schätzt Kosten auf 500.000 Franken

Stadtoberförster Steck geht davon aus, dass eine solche Anlage rund 500.000 Franken kosten wird. Das Unternehmen, das den Seilpark in der Region Wasserfallen in Reigoldswil (Basel Land) betreibt, ist auch für den Standort Rheinfelden im Gespräch. Mit einer Realisierung rechnet er frühestens ab 2024. Gemäß Planungsbericht zur Teilzonenplanänderung und zum Gestaltungsplan sollen die Parcours des Waldseilparks Rheinfelden auf zirka 110 gleichzeitig anwesende Benutzer ausgelegt werden. An Spitzentagen wird mit bis zu 250 Besuchern gerechnet.