Das grenzüberschreitende Autobahnnetz im Raum Basel ist in Spitzenzeiten regelmäßig überlastet. Bereits heute führt dies dazu, dass Basel über Schweizer Rheinfelden umfahren wird. Durch die Bauarbeiten an der Osttangente dürfte der Verkehr bei der Fricktaler Autobahnbrücke noch weiter zunehmen.

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Die Meldung ließ im unteren Fricktal aufhorchen: Vergangene Woche hat das Schweizerische Bundesamt für Straßen (Astra) mitgeteilt, dass der grenzüberschreitende Verkehrsfluss auf der Nord-Süd-Achse während der Sanierung der sogenannten Osttangente der Autobahn A2 neu ausgeschildert wird. In Spitzenzeiten kann damit die Autobahnquerspange Schweizer Rheinfelden als schnellere Umfahrung für Basel markiert sein. Genau dies wollten die beiden Rheinfelden beim Bau der Brücke verhindern. Der neue Übergang, der 2006 eingeweiht worden ist, sollte explizit nur als regionale Verbindung genutzt werden, entsprechend wurden die Brücke und die Zollanlagen dimensioniert. Dies war in einem 12-Punkte-Programm vereinbart. Gilt dies nicht mehr?

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Bei der Schweizer Nachbarstadt beschwichtigt man: „Die Anzeigetafeln vor den Autobahnverzweigungen Weil am Rhein, Rheinfelden West und Augst schalten sich ein, wenn es auf der Osttangente zu viel Verkehr hat. Diese Maßnahme gilt aber ausdrücklich nur für die Dauer der Bauarbeiten an der Osttangente. Unter anderem soll mit dieser Maßnahme auch verhindert werden, dass der Verkehr auf die Kantons- und Gemeindestraßen ausweicht“, schildert der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage.

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Gemäß Astra wird die Osttangente pro Tag von rund 70.000 Fahrzeugen befahren. Davon seien 80 Prozent lokaler Verkehr und nur 20 Prozent Transitverkehr. „Das Astra geht davon aus, dass vom Durchgangsverkehr 10 bis 15 Prozent über Schweizer Rheinfelden ausweichen werden. Dies würde rund 1400 bis 2100 Fahrzeugen pro Tag entsprechen. 2019 passierten täglich rund 33.000 Fahrzeuge die Brücke bei Schweizer Rheinfelden“, erklärt der Stadtschreiber von Schweizer Rheinfelden weiter. Bis 2025 sollen die Arbeiten an der Osttangente abgeschlossen sein.

Verkehr soll flüssig bleiben

Bei der Stadt Rheinfelden/Schweiz ist man über diese Pläne des Astra schon seit längerem im Bilde: „Wir hatten Gespräche mit dem Bundesamt für Straßen und dem Kanton Aargau. Aus unserer Sicht muss alles darangesetzt werden, dass der Verkehr beim Anschluss Schweizer Rheinfelden flüssig gehalten wird“, erklärt Erdin. Das Astra habe entsprechende Maßnahmen bereits vorgesehen. „Geplant ist eine Pannenstreifen-Umnutzung zwischen dem Anschluss Schweizer Rheinfelden West und der Verzweigung Augst in beiden Fahrtrichtungen. Dieses Vorhaben ist jedoch derzeit durch einen Einspruch blockiert“, schildert Erdin.

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Gleichzeitig sind auch flankierende Maßnahmen beim Zoll in Schweizer Rheinfelden vorgesehen: So zum Beispiel durch zusätzliche Fahrstreifen bei der Zollabfertigung zu Spitzenzeiten. Weiter sollen die Kapazitäten erhöht werden, indem die Ost-West-Verbindung über die Autobahn auf zwei Fahrstreifen in beide Richtungen erweitert wird und die heutigen Kreisel durch Lichtsignalanlagen ersetzt werden. „Dem Stadtrat in Schweizer Rheinfelden war bei der Konsultation durch die kantonalen Behörden wichtig, dass das 12-Punkte-Programm nicht außer Kraft gesetzt wird“, so Erdin.

Zwei Großprojekte in Planung

Der Bund will die Kapazitäten des Autobahnnetzes in und durch Basel in den kommenden Jahren erhöhen. „Der Weg über Basel ist und wird auch in Zukunft die präferierte Route auf der Nord-Süd-Achse sein“, führt Erdin aus. Dafür sind zwei Großprojekte in Planung. Einerseits der Bau einer neuen Tunnelverbindung zwischen Birsfelden und der Nordtangente/Verzweigung Wiese für rund 1,7 Milliarden Franken. Diese Verbindung wird zusätzlich zur bestehenden Nationalstraße erstellt. Andererseits plant der Bund den Autobahnabschnitt zwischen der Verzweigung Hagnau und Augst für rund 1,4 Milliarden Franken auf acht Spuren auszubauen. Für beide Projekte ist aber mit einer Realisierung erst in 10 bis 15 Jahren zu rechnen. „Bis dahin wird der Druck auf den Grenzübergang Rheinfelden zwangsläufig steigen. Langfristig wird der Grenzübergang Rheinfelden aber nicht zur Umfahrung der Stadt Basel.“

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