Die Versorgung der Haushalte in Rheinfelden und den Ortsteilen mit schnellem DSL durch den Zweckverband Breitbandversorgung des Landkreises Lörrach schreitet voran. Neben Nordschwaben kommt auch schon ein Teil von Adelhausen in den Genuss, mit Glasfasergeschwindigkeit surfen zu können. Verbandsgeschäftsführer Paul Kempf kann auch anderen Rheinfeldern Hoffnung machen, die sich bislang noch schleichend über die Datenautobahn bewegen müssen.

Der Zweckverband hat zum Ziel, allen Haushalten im Landkreis einen Anschluss ans Glasfasernetz zu ermöglichen. Vorrangig geht man die Orte an, wo der Bedarf am größten ist, bisher also kein oder nur sehr langsames DSL möglich war oder ist. Das Problem, so Kempf, hat sich den den vergangenen Monaten noch einmal verschärft.

Mit dem Lockdown wegen Corona ist der Datenfluss zu einem reißenden Hochwasser geworden. Die einen blieben daheim und streamten Serien, die anderen verbrauchten im Homeoffice für Videokonferenzen gewaltige Bandbreiten, die Kinder durften nicht raus und brauchten für Homeschooling oder Internetfernsehen Kapazitäten.

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„Wir haben schnell gemerkt, dass es verstärkt Klagen über zu langsames Internet gab und die Leute wissen wollten, wann sie über uns angeschlossen werden können“, berichtet Kempf. Er stellt fest, dass eine „neue Evolutionsstufe im Breitandbedarf“ erreicht worden sei. „Aus Gebieten, die zwischen 10 und 30 MBit im Telekomnetz haben, stellten wir eine massive Nachfrage fest.“

Nordschwaben

Kein Problem mit knapp werdenden Internetleitungen hatte man während der Lockdown-Phase in Nordschwaben. Zumindest nicht in den Haushalten, die sich ans Glasfasernetz anschließen ließen. Und das war bei einer Anschlussquote von mehr als 90 Prozent fast alle Haushalte des Dinkelbergdorfs, wo man zuvor nicht einmal mehr einen neuen Telefonanschluss bekommen konnte. Die Backboneleitung von Hüsingen aus über den Dinkelberg ist inklusive der anliegenden Hausanschlüsse weit gediehen.

Adelhausen

In Adelhausen können die Haushalte an der Hauptleitung schon schnell surfen, während bei den abseitiger liegenden Haushalten ab August das Einblasen der Glasfaser in die Häuser folgt. Die Tiefbauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. „Es dauert dann zwei bis drei Monate, bis alle restlichen Anschlüsse gemacht sind“, so Kempf. Immerhin sind es noch um die 200. Noch vor Ende des Jahres ist dann ganz Adelhausen samt Ottwangen an die Datenautobahn angeschlossen.

Eichsel

Die Backboneleitung läuft von Adelhausen weiter nach Eichsel, wo der Glasfasereinzug bereits auf Hochtouren laufe. Mitte bis Ende August sei der Einzug fertig, dann könne en bloc der ganze Ortsteil von den Internetversorgern bedient werden.

Minseln

Auch in Minseln sind die Arbeiten unübersehbar. Zwei Baufirmen sind gerade parallel dabei, die Tiefbauarbeiten vorzunehmen. Das wird noch etwas dauern. Mit dem Glasfasereinzug rechnet Kempf für Minseln erst ab dem Winter. „Die letzten Winter waren ja günstig“, sagt er. Sollte der nächste Winter aber schneereich und sehr kalt werden, könnte es in Minseln zu Verzögerungen kommen. Denn unter fünf Grad Celsius werde das Einblasen schwer bis unmöglich. Die Inbetriebnahme in Minseln sieht Kempf erst ab Frühjahr 2021.

Karsau

Bisher vergleichsweise gut versorgt ist der größte Teil von Karsau. Im Kernort hätten die meisten Haushalte Geschwindigkeiten von 16 bis 50 MBit über die Telekom. Dort werde man darum erst später aktiv und erwarte relativ wenige Anschlüsse. Schwieriger ist es in Riedmatt. Ab August sollen Arbeiten vom Schloss Beuggen nach Riedmatt und bis zur Schule von Karsau starten, wo noch unterversorgte Flecken seien. Im Laufe des nächsten Jahres soll Riedmatt angeschlossen sein.

Degerfelden/Herten

An Ortsteilen bleiben somit Degerfelden und Herten, die beide an das Kabelfernsehnetz angeschlossen sind, das von Vodafone gekauft wurde. Darüber und über das VDSL-Netz der Telekom sei bereits schnelles Internet möglich. Ab 2021 will der Zweckverband seine Glasfaser auch als zukunftsfähige Alternative in die beiden Ortsteile bringen. „Wir rechnen allerdings mit zurückhaltender Nachfrage“, so Kempf. Dabei gab es schon Nachfrage aus Herten aus dem Gewerbegebiet. Vor allem größere Unternehmen hätten großes Interesse am Glasfasernetz. Ab August wird das Gewerbegebiet und auch Sengern ausgebaut. „Die Vermarktung ist gelaufen, die Anschlussquote aber noch etwas gering“, sagt er.

Innenstadt

Bleibt also zuletzt noch die Innenstadt, wo generell schon Möglichkeiten existieren, schnelles Internet zu nutzen. Die bestehenden Techniken hätten aber das Problem, dass starke Nutzung die Ergebnisse der Einzelhaushalte negativ beeinflussen könnte. Anders bei der Glasfaser. Die meisten Endkunden im privaten Bereich wählen bislang den Vertrag mit 200 MBit Download- und 100 MBit Uploadgeschwindigkeit. Die kleinste Download-Möglichkeit liegt bei 120 MBit, maximal geht zur Zeit 1000 MBit.

Bereits in der letzten Woche übergeben wurde vom Zweckverband ein Bereich von der Wohnbau in der Rheinbrückstraße bis zum Seidenweberareal. Jetzt finden Tiefbauarbeiten vom Seidenweber entlang der B34 bis zur Ecke Mouscron-Allee statt. Die Leitungen von dort bis zum Ortsausgang von Warmbach waren bereits vorsorglich bei der früheren Vollsperrung mitverlegt worden. In diesen Tagen werde in der Warmbacher Straße die Glasfasern in die Haushalte eingeblasen.