Bereits im März 2022 können 20 Kinder in einem neuen Waldkindergarten in Nordschwaben betreut werden. Der Gemeinderat machte am Donnerstag einen Knopf an die Sache. Mit dem klaren Votum stellte sich das Stadtparlament gegen den Ortschaftsrat, der mit zwei Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung gegen das Projekt gestimmt hatte (wir berichteten).

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Ortsvorsteher Sven Kuhlmann bekannte, dass er nach dem „sehr guten Dialog“ nun eher für den Waldkindergarten sei, auch, weil eine Umfrage im Ort ergeben hätte, dass kein Bürger etwas dagegen hat. „Aber es hat sich gezeigt, dass unsere Einwände richtig waren“, so Kuhlmann.

Wie berichtet, nahm das Projekt einen holprigen Start: Erst wurde der Ortschaftsrat gar nicht in die Pläne der Stadt eingeweiht, auf einem Nordschwabener Grundstück einen Wald-Kiga mit 20 Plätzen zu schaffen, dann gab es in einer Ortschaftsratssitzung teils harsche Diskussionen zwischen Verwaltungsmitarbeitenden und Ortschaftsräten. Danach folgten allerdings verschiedene Gesprächsrunden und ein neuer Standort wurde gefunden, der etwa nicht in den Hochwald eingreift und eine bessere Rettungszufahrt haben wird.

Kaum Verständnis bei Fraktionen

Dass trotz der Kehrtwende keine mehrheitliche Zustimmung im Ortschaftsrat zustande kam, weckte bei den Fraktionen kaum Verständnis. „Das ist Egoismus, wir haben einen besonderen Bedarf auf dem Dinkelberg“, so Eveline Klein (SPD). „Der Beschluss des Ortschaftsrates richtet sich gegen das eigene Klientel, die Familien“, meinte Anette Lohmann (Grüne). SPD und Freie Wähler hatten beantragt, die Entscheidung nun zu treffen. „Verschieben bringt nichts, im September gibt es noch die gleichen Argumente“, meinte Karin Reichert-Moser (Freie Wähler), zumal der Förderbescheid des RP einen raschen Baubeginn erfordert.