Auf dem Weg zur Klimaneutralität muss die Stadt noch einiges bewegen – das machte der Bericht der Energieagentur Südwest unlängst im Bau- und Umweltausschuss deutlich. Auch der Gemeinderat befasste sich mit dem Werk. CDU-Gemeinderat Rainer Vierbaum kritisierte dabei die Systematik der CO2-Bilanz. Denn diese führt wesentliche Faktoren an, auf die die Stadt wenig bis keinen Einfluss hat.

Autobahn und Industrie

So wird bei den Emissionen aus dem Verkehr beispielsweise auch die A 98 mitgerechnet – die Tatsache, dass die Autobahn an der Stadt vorbeiführt, kann diese nicht ändern und auch keinen Einfluss auf eine Reduktion der Emissionen nehmen, im Gegensatz zum Stadtverkehr. Gleiches gelte für die Industrie. Wie berichtet, gehen rund 60 Prozent der Rheinfelder Emissionen auf die ansässigen Unternehmen zurück.

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Vierbaum fordert deshalb einen Bilanzrahmen, den es für die Erhebung laut Energieagentur nicht gibt. Ein solches Bilanzgebiet festzulegen samt den verschiedenen Emissionssektoren wie private Haushalte, Verkehr oder Industrie und die Einflussmöglichkeiten der Stadt, müsse der erste Schritt sein. Danach sollten konkrete Ziele und Maßnahmen ausgearbeitet und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden. Die benötigten Mittel müssten im nächsten Haushalt eingebracht werden. „Andernfalls werden wir ohne klaren Kompass dahinsegeln und vermutlich das Ziel der Klimaneutralität verpassen“, so Vierbaum. Wichtig sei, das Gespräch mit der Industrie zu suchen und sie auf ihrem Weg Richtung Klimafreundlichkeit zu unterstützen.

Auch Heiner Lohmann (Grüne) pochte nochmals darauf, dass Vertreter der großen Unternehmen dem Gemeinderat Bericht erstatten, wie sie die Emissionsreduktion umsetzen wollten. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion eingereicht, über den der Gemeinderat noch entscheiden muss.