Tibor Bojti würde gerne mehr Menschen impfen, braucht dazu aber mehr Mitarbeitende. Am Samstag, 27. November, bietet er eine Impfaktion an, Interessierte können sich online für einen Termin eintragen. Blickt Bojti auf den bisherigen Verlauf der Corona-Impfungen zurück, kommt ihm das Bild einer Autofahrt in den Kopf. „Auf einer Autobahn mit vielen Baustellen und ständigem Stau.“ Zunächst sorgte die Priorisierung bei den Corona-Impfungen für wenig Tempo, dann die unzureichenden Bestellmöglichkeiten. „Danach sorgten die Meldungen über Nebenwirkungen einzelner Impfstoffe für eine Verunsicherung bei den Menschen“, so Bojti.

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Nun sei die Situation eine andere. „Wir können so viel Impfstoff bestellen, wie wir brauchen.“ Das Problem sei aber, dass es an medizinisch geschultem Personal fehle, der den Stoff an die Frau und den Mann bringt. „Meinen eigenen Mitarbeitenden kann ich nicht noch mehr Arbeit zumuten.“ Fünf Ärzte arbeiten im MVZ, hinzu kommen 15 medizinische Fachangestellte. Das Impfen unter der Woche nimmt bereits jetzt breiten Raum ein. Am Samstag, 27. November, organisiert Bojti nun einen Impftag, einige Termine sind noch frei. Dafür braucht er jedoch noch Unterstützung. Dabei gehe es insbesondere darum, den Impfstoff aufzuziehen. „Sechs Dosen pro Fläschchen“, schildert der gebürtige Ungar und zeigt die Utensilien. Das sei ein Knochenjob.

Mit dieser Arbeit vertraut seien viele Menschen, auch wenn sie nicht in Praxen arbeiten. Etwa Labormitarbeitende oder medizinisch ausgebildete Menschen in den Gesundheitsämtern. „Es gibt in der Region bestimmt ganz viel Potenzial solcher Fachkräfte, die für ein paar Stunden einspringen könnten.“ Bojti denkt dabei nicht nur an seine Praxis, sondern auch an die der Kollegen. „Am besten wäre eine Art Jobbörse, ein Pool, wo Ärzte einen Suchaufruf veröffentlichen könnten und die Fachangestellten wiederum ein Angebot.“ Einen solchen Pool könnte zum Beispiel die Kassenärztliche Vereinigung aufgleisen.

Auch Nicht-Patienten können sich im MVZ impfen lassen.
Auch Nicht-Patienten können sich im MVZ impfen lassen. | Bild: Verena Pichler

Eine weitere Hürde im Kampf gegen das Coronavirus sei die Bürokratie. „Es sollte viel einfacher sein, kurzfristig jemanden einzustellen.“ Aktuell könne er Aushilfen nur über Minijob-Basis anstellen und muss dafür seitenlange Verträge ausfüllen.

„Da könnte die Politik, beziehungsweise die Finanzämter einen einfacheren Weg anbieten.“ Dann, so Bojti, käme die Impfkampagne sicherlich schneller voran. „Die Bürokratie ist wirklich eine unnötige Bremse.“