Herr Buhmann, wie war Rummel nach der Zwangspause in Rheinfelden?

Es war schön, endlich wieder das Leben zu leben so, wie wir es kennen. Endlich wieder in einer anderen Stadt sein, mit Menschen arbeiten, die man schon jahrelang hier kennt. Auf dem Messplatz sind wir Schausteller wie eine große Familie und das hat mir am meisten gefehlt. Hoffentlich wird uns das nie mehr wieder genommen. Es ist toll, Freude zu bereiten, denn das ist unser Job.

Was für Erfahrungen haben sie mit den Besuchern gemacht?

Die Menschen, ob Jung oder Alt, waren glücklich, hier auf dem Rummelplatz ihren Spaß zu haben. Einmal war ein Gast hier bei mir an der Imbissbude. Er konsumierte für 15 Euro und bezahlte mit einem 20-Euro-Schein. Ich wollte ihm die 5 Euro Retourgeld geben, aber er wollte sie nicht zurücknehmen. Er sagte zu mir, dass das ein Trinkgeld ist und dass er es uns nach dieser schweren Zeit sehr gerne gibt. Familien mit Kindern sind auf direktem Weg zum Kassenhäuschen unseres Karussell gestürmt, die Kinder wussten nach so einer langen Zeit gar nicht, mit was sie zuerst fahren wollen, Kettenkarussell oder Kinderschleife, oder Bungee-Trampolin. Endlich Platz genommen auf dem Karussell, im Flugzeug, dann doch nochmal den Sitzplatz gewechselt auf das Motorrad und dann zum Schluss doch im Feuerwehrauto den richtigen Platz gefunden. Die jugendlichen Gäste kicherten vor der Geisterbahn, als sie aus der Geisterbahn rauskamen, war das allerdings beendet und die Gruppe tobte sich in den Boxautos aus.

Was gefällt Ihnen am Leben als Schausteller und würden Sie den Beruf wechseln wenn es kein Familienbetrieb wäre?

Niemals wollte ich diesen tollen Beruf gegen einen anderen tauschen. Kein Beruf der Welt ist so schön und vielseitig wie dieser. Die Familie ist immer zusammen, man kommt in ganz Deutschland herum. Wir sind mit unserem Imbiss und Karussell-Betrieben in ganz Baden-Württemberg unterwegs. Wir sind von Ende Februar alle 14 Tage bis hin zum Weihnachtsmarkt in einer anderen Stadt. Auf jeder Veranstaltung treffen wir neue und alte Freunde, Bekannte und Verwandte.

Wie kam die Firma Buhmann dazu, die Organisation hier zu übernehmen?

Wir kommen in der sechsten Generation als Schausteller nach Rheinfelden. Als vor vielen Jahren ein neuer General-Pächter für die Organisation gesucht wurde, haben wir uns selbstverständlich dazu bereit erklärt.

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Wohin geht es nach Rheinfelden?

Am Sonntag haben wir abgebaut. Für uns war die Verlängerung von zehn auf 16 Tage etwas Neues. Am Montag fahren wir nach Freiburg zur Herbstmesse.

Welche Zukunftspläne haben Sie?

Pläne gibt es erst mal keine, es muss alles wieder normal werden, dann kann man neue Pläne schmieden.