Der Bau der A 98 im Abschnitt fünf kann weitergehen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat bekanntgegeben, dass der Bund einen 390 Meter langen Tunnel im Bereich Karsau/Minseln für die weiteren Planungen der A98 genehmigt hat. Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und auch die BI Tunnel werten die Entscheidung als Erfolg.

Langes Ringen zu Ende

Das lange Ringen um eine umweltverträgliche Lösung für das Tunnelprojekt zwischen Karsau und Minseln hat ein vorläufiges Ende erreicht. Das BMVI hat die Bundestagsabgeordneten Christian Natterer und Felix Schreiner (CDU) sowie die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (CDU) darüber informiert, dass der Bund einen 390 Meter langen Tunnel im Bereich Karsau/Minseln für die weiteren Planungen der A 98 akzeptieren wird. Das teilten die CDU-Politiker in einem gemeinsamen Schreiben mit.

Darüber freut sich Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. „Ich bin mir zwar bewusst, dass es noch bessere Lösungen für das Tunnelprojekt in der hochsensiblen Landschaft zwischen Karsau und Minseln gibt, allerdings haben wir seitens der Stadt immer versucht, das Machbare zu fordern“, schreibt Eberhardt in einer Pressemitteilung.

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Das nun Erreichte sei eine Gemeinschaftsleistung, so der OB. Der Gemeinderat hatte einstimmig eine Resolution für diese Variante verabschiedet. Kreistag, Regionalverband und sämtliche Bundes- und Landtagsabgeordnete aus der Region stellten sich ebenfalls hinter Rheinfelden. Auch die leidenschaftliche Arbeit der BI A 98 Tunnel Karsau-Minseln lobt der Oberbürgermeister.

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Uwe Tittmann von der BI freut sich ebenfalls über die Entscheidung des Bundes. „14 Jahre Kampf und das Streben nach einer guten, umweltverträglichen Lösung haben sich gelohnt“, sagt er gegenüber dieser Tageszeitung. „Wir glauben immer noch, dass es etwas Besseres gibt, aber es ist ein guter Anfang.“ Die Bürgerinitiative hatte sich für einen 1000 Meter langen Tunnel eingesetzt. Auf einem Schild, das die BI bereits 2015 an der betroffenen Straße aufgestellt hat, heißt es: „Schutz für Mensch und Natur.“

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Tillmann und seine Mitstreiter motiviert die Nachricht aus Berlin: „Wir hoffen, dass weitere Maßnahmen durchgesetzt werden können.“ Wie diese aussehen sollen, müsse jetzt in engen Arbeitsgruppen mit der Stadt Rheinfelden und der politischen Begleitgruppe besprochen werden. „Die jetzige Lösung ist als großartig zu bezeichnen, aber wir werden von unserem ursprünglichen Wunsch natürlich nicht ablassen.“

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Die Parteien, die sich gegen die 79 Meter lange „Landschaftsbrücke“ und für eine längere Überdeckelung eingesetzt haben, lobt Tillmann: „Das war wirklich eine tolle Sache.“ Das Land – allen voran das Verkehrsministerium zusammen mit dem Regierungspräsidium Freiburg – habe sich in den vergangenen Jahren enorm für die Sache eingesetzt.

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Sabine Hartmann-Müller, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Waldshut, begrüßt die Entscheidung des Bundes: „Das Projekt A 98 muss für unsere Region weiter vorangetrieben werden.“ Auch Felix Schreiner, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Waldshut, freut sich über den Rückenwind aus Berlin: „Das ist ein gutes Signal für die Region und für die betroffenen Anwohner.“

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Weil sich die Behörden uneinig waren, wie lang der Tunnel zwischen den Rheinfelder Ortsteilen Karsau und Minseln werden soll, stockte der Weiterbau der A 98 im 6,5 Kilometer langen Abschnitt fünf. Zunächst war eine Grünbrücke von 79 Metern geplant. Die Planfeststellungsbehörde, die beim Regierungspräsidium Freiburg angesiedelt ist, kam allerdings zu dem Schluss, dass diese Lösung nicht genehmigungsfähig wäre.

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Stattdessen einigten sich Landesverkehrsministerium, Regierungspräsidium und die Stadt Rheinfelden auf eine Überdeckelung von 390 Metern. Die Gründe für die längere Variante lagen im Lärmschutz und im Naturschutz, auch der Wildtierkorridor spielte eine wichtige Rolle. Nachdem das Bundesverkehrsministerium und die seit Januar zuständige Autobahn GmbH zunächst keine Notwendigkeit für einen längeren Tunnel sahen, wurde den 390 Metern nun doch zugestimmt.