Im Pandemiejahr verzeichnet der Tafelladen bei sinkender Helferzahl einen Zuwachs an berechtigten Nutzern. In der Versammlung des Vereins Tafel Rheinfelden gab nun Helmut Moser nach 17 Jahren den Vereinsvorsitz an Klaus Jost ab. Er hatte ihn seit der Gründung des Vereins inne. Zur Würdigung seiner bemerkenswerten Leistung überreichte ihm Oberbürgermeister Klaus Eberhardt Urkunde und Ehrennadel des Landes.

Er habe sich als Ziel gesetzt, mit 80 Jahren keinen Vorstandsposten mehr zu übernehmen, erklärte Moser seinen Rückzug. Eberhardt erinnerte daran, dass sich Moser 2003 schon in dem der Vereinsgründung vorausgegangenen Initiativkreis eingesetzt hatte und auf der Gründungsversammlung am 24. November 2004 zum Vorsitzenden gewählt wurde. „Helmut Moser hat sich in dieser 18-jährigen Periode im besonderen Maße gerade für Menschen in Rheinfelden eingesetzt, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, so Eberhardt.

Außerordentliches Engagement

Auch die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller würdigte Mosers „außerordentliches großes Engagement“. Er habe sich „um die Gesellschaft und Gemeinschaft unseres Landes besonders verdient gemacht,“ sagte sie. Zum letzten Mal hielt Moser den Vorstandsbericht. „Das Pandemiejahr war auch für die Tafel ein besonderes Jahr und stellte Ladenleitung und Helfer vor besondere Herausforderungen“, stellte er fest. Treffen und Veranstaltungen hatten 2020 nicht stattgefunden. Die Tätigkeit des Vorstands war vor allem durch Organisatorisches geprägt. Moser zeigte sich erleichtert, dass er für die Vorstandswahlen ein „komplettes Bewerberteam“ um Klaus Jost präsentieren konnte.

Das könnte Sie auch interessieren

Schatzmeister Sebastian Minges stellte die Bilanzen für 2019 und 2020 vor. 2019 hatte die Tafel Einnahmen von 139.500 Euro gegenüber Ausgaben von 114.600 Euro zu verzeichnen. 2020 beliefen sich die Einnahmen auf 143.000 Euro und die Ausgaben auf 130.800 Euro. „Gerade zu Beginn der Pandemie haben wir viel Unterstützung von Gönnern erfahren“, sagte Minges. Aufgrund der hohen Spendenbereitschaft waren die Preise für die Tafelnutzer reduziert worden. „Es ist schon ein kleines Unternehmen, das wir leiten“, kommentierte Moser die Kassenberichte.

Rückblick auf Erfolgsjahr

2020 war für den Tafelladen ein erfolgreiches Jahr, allerdings für die Mitarbeiter ein stressiges, stellte Ladenleiter Harald Höhn fest. Die umgesetzte Ware stieg von 70 auf 100 Tonnen, vor allem durch eine Zunahme bei Gemüse, Salat und Obst, während gleichzeitig die Zahl der Helfer von 35 auf 15 fiel. Mittlerweile konnte aber wieder zehn neue Helfer gewonnen werden. Die Anzahl der Fahrer sei gut, allerdings fehlten Beifahrer, die für das anstrengende Ein- und Ausladen benötigt werden, erklärte Höhn. Im Rüstraum sind anstelle von acht Mitarbeitern nur noch drei bis vier im Einsatz, im Verkaufsraum anstelle von sieben Mitarbeitern nur noch drei. Neben Deutschen sind dort nun auch Albaner, Brasilianer, Polen, Syrer und Türken beschäftigt. Der Sicherheit wurde mit Masken, Desinfektionsmittel, Beschilderung, Lüftern und verlängerten Öffnungszeiten Rechnung getragen. Die Anzahl der Kunden war von 80 auf rund 110 gestiegen.