Egal ob Wurst, Milch, Eier, Gemüse oder Blumen: Alternative Einkaufsmöglichkeiten und Direktvermarktung sind in der Pandemie gefragt. Mittlerweile bieten viele Erzeuger ihre Produkte in Automaten an. In Rheinfelden gibt es seit Anfang dieser Woche am Eiscafé „Dolomiti“ auch einen Automaten. Vier Monate hat Inhaber Livio Calchera darauf gewartet. Jetzt steht der neue Automat endlich unter der Markise vor dem Geschäft für die Kunden bereit.

Passend zu den deutlich gestiegenen Temperaturen in den letzten Tagen kann das Eis des Familienunternehmens damit rund um die Uhr und jeden Tag verkauft werden – auch wenn das Eiscafé geschlossen ist. Mit dem Automaten soll der Verdienstausfall in der Pandemie reduziert werden. Das Eiscafé darf, wie alle anderen auch, derzeit nur Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten. Angesichts der momentanen Situation könnte man entweder aufgeben oder man müsse ein Risiko eingehen und investieren, sagt Livio Calchera. „Momentan ist keine gute Zeit für Risiko, aber ich dachte mir: Ich muss was machen“, sagt er.

Die Idee für den Automaten hatte der Eiscafé-Inhaber bereits im Herbst vergangenen Jahres. Doch die Lieferzeit für das Gerät war lang. Anfang Dezember bestellte er den Automaten über eine deutsche Firma in Italien. Billig war der nicht. Die Investition lag im fünfstelligen Bereich. Doch sollte Calchera wieder schließen müssen, wie im Frühjahr 2020, dann könnte er so immerhin weiter Eis verkaufen – kontaktlos. Deshalb entschied er sich für die große Investition.

Bislang sei das neue Angebot gut angenommen worden. Kaum war der Automat aufgestellt, kamen schon die ersten interessierten Passanten näher. „Die Kunden waren sehr neugierig und wollten gleich wissen, was das ist“, erzählt Calchera. Mit dem Automaten kann auch die Zeit überbrückt werden, in der das Eiscafé geschlossen ist. „Wenn man in der Stadt ist und sich zum Beispiel irgendwo eine Pizza holt, dann kann man sich gleich noch ein Dessert mitnehmen“, schlägt Calchera vor.

Bezahlt werden kann nur mit EC-Karte, Visa oder per Handy mit Apple- oder Google-Pay. „So ist es am einfachsten und wir sind auch vor Vandalismus sicher“, sagt der Eiscafé-Inhaber. Mittlerweile sei bargeldlos bezahlen längst auch in einer Eisdiele nichts Besonderes. „Ich hatte auch schon Kunden, die wollten eine Kugel mit Karte bezahlen“, so Calchera. Zur Auswahl stehen im Automaten bis zu 15 der beliebtesten Sorten. Die gibt es in zwei Größen. „Die kleine Box mit etwa drei Kugeln ist für unterwegs gedacht und die große mit einem halben Liter für zuhause“, sagt er. Der Automat wird ständig frisch befüllt.