Heinz Georg Häßle ist begeistert von der Panflöte. Der 62-Jährige gab vor einigen Wochen sein – wegen Corona – vorerst letztes Konzert unter dem Titel „Mystik, Geschichten und Legenden“ in der Johanneskirche in Minseln. Bevor er zur Panflöte fand, hat der Rheinfelder aber mit einem anderen Instrument begonnen: 30 Jahre lang spielte er Flügelhorn im Musikverein Minseln.

Das könnte Sie auch interessieren

Auf einer Italien-Reise hörte Häßle einmal Panflötenspieler aus Südamerika und war begeistert von diesen „Melodien voller Sehnsucht“. Daraufhin beschloss er, selbst Panflöte spielen zu lernen. Beigebracht hat er sich alles autodidaktisch. Vieles hat er rein über das Gehör „abgelauscht“, wie er sagt. Er besitzt drei Panflöten, eine Tenor-, eine Sopran- und eine Altpanflöte.

Ältestes Instrument der Welt

„Es ist eine Orgel im Taschenformat“, beschreibt er die Flöte aus Schilfrohr, die als ältestes Instrument der Welt gilt. Was ihn so daran fasziniert, ist nicht nur ihr besonderer Klang, sondern auch die archaischen Mythen, die sich darum ranken. Neben den Panflöten hat sich der Musiker noch eine bolivianische Andenflöte zugelegt, eine Quena.

Das könnte Sie auch interessieren

Inspirieren ließ sich Häßle vor allem vom Spiel des legendären Panflöten-Virtuosen Gheorghe Zamfir. Einmal wollte Häßle zu seinem großen Vorbild nach Paris, doch leider sei er krank geworden und konnte nicht fahren. Doch es gibt noch weitere herausragende Panflöten-Profis, von denen er sich gerne anregen lässt, darunter Ulrich Herkenhoff. Heinz Georg Häßle widmet dem Panflötenspiel viel Zeit. Die Stücke, die er spielt, hört er zunächst an, erarbeitet sie sich über das Gehör und übt sie dann mit eigener Fantasie ein.

„Das Original noch schöner machen“

„Ich will das Original noch schöner machen, ich habe meinen eigenen Stil. Ich will die Musik nicht nur spielen, sondern interpretieren“, sagt der begeisterte Musiker. Er hat zwar Notenkenntnisse aus seiner Zeit beim Musikverein, doch die Stücke auf der Panflöte spielt er auswendig, ohne Noten.

Vor allem achtet Häßle darauf, Stücke auszusuchen, die zum Charakter des Instruments passen, oft getragene Melodien, Mystisches, Evergreens, aber auch klassische Musik und Filmmusik. So spielt er ungarische Tänze von Brahms ebenso wie ein Stück des russischen Komponisten Aram Khachaturian und Musik aus berühmten Filmen „Ben Hur“ und „Der Pate“, aber auch bekannte Titel von Petula Clark und Amy Winehouse und einen Tango von Astor Piazzolla.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Musik hat Heinz Georg Häßle über manch schwierige Zeit hinweg geholfen. Der gelernte Konditormeister, der lange Zeit in diesem Beruf tätig war und dann von 1989 bis 2012 in die Industrie wechselte, fand nach einem Schlaganfall auch durch die Musik wieder neue Kraft. Die Musik begleitet ihn schon sehr lange in seinem Leben. „Ich komme aus einer Musikerfamilie“, sagt Häßle. Sein Bruder mache auch Musik, sein Onkel war Klarinettenlehrer, ein Cousin habe bei den Berliner Symphonikern gespielt.

Panflöte bereichert das Leben

Die Musik und speziell die Panflöte bereichern Häßles Leben sehr. Seit 2017 gibt er Solokonzerte auf der Panflöte, das erste war in der Johanneskirche in Minseln, wo er nun schon zum dritten Mal aufgetreten ist – derzeit ruhen wegen Corona natürlich auch seine Auftritte.

„Mit Gefühl“ möchte er die Stücke spielen, vor allem auch technisch so locker als möglich. „Alle, die beim Spielen rote Köpfe kriegen, spielen falsch.“ Mit seinen Konzerten möchte Heinz Georg Häßle „anderen Leuten etwas Freude machen, gerade in der heutigen so schwierigen Zeit“. Deshalb verlangt er auch keinen Eintritt.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.