Überrannt wurde die Teststelle in der Rheinfelder Stadtbibliothek am Eröffnungstag, Mittwoch, nicht. „Bis 15 Uhr hatten wir etwa 28 Leute hier – in Grenzach waren es zur gleichen Zeit mehr als 100“, setzt Erika Richmeier die Nachfrage nach kostenloser Corona-Testung ins Verhältnis. Dass die Nachfrage aber wieder spürbar angezogen hat, merken die beiden anderen Testzentren in der Stadt.

  • Stadtbibliothek: Keine fünf Minuten und man war am Eröffnungstag schon von der Eingangstür bis zum Tisch vorgerückt, an dem persönliche Daten wie Telefonnummer und Adresse erfasst werden. „Die Erfassung erfolgt jetzt noch händisch, weil wir das Lesegerät für die Krankenkassenkarte noch nicht geliefert bekommen haben“, erklärt Richmeier, die das Gerät für diesen Freitag erwartet. Die kostenfreien Bürgertests nehmen laut Richmeier überwiegend Arbeitnehmer in Anspruch, hin und wieder will sich jemand testen lassen, weil ein Familienbesuch ansteht.

Die Öffnungszeiten

Richmeier leitet eigentlich die Teststelle in Grenzach und hilft in der ersten Woche Julia Geier aus, die die Leitung der Teststelle in der Stadtbibliothek in Rheinfelden innehat. Die beiden Frauen und eine Praktikantin kümmern sich zu dritt um die Erfassung der Daten und die Abstriche der Kunden. „Wir könnten noch mehr Helfer vertragen“, merkt Richmeier an.

Julia Geier leitet die Teststelle in der Stadtbibliothek.
Julia Geier leitet die Teststelle in der Stadtbibliothek. | Bild: Erika Bader

Julia Geier kümmerst sich derweil nur wenige Meter entfernt um die Testungen. „Bis sich die Logistik eingespielt hat, dauert es immer erst ein bisschen“, umschreibt Geier die anfänglichen Schwierigkeiten.

  • Brombacher: Ein alter Hase im Testgeschäft ist mittlerweile Heike Brombacher, die bereits seit April kostenlose Bürgertests anbietet. Nach einer Flaute im Sommer zieht die Nachfrage nun wieder an. „Gerade morgens bilden sich Schlangen, weil Ungeimpfte einen Nachweis für den Arbeitsplatz brauchen“, schildert Brombacher.
Erika Richmeier leitet die Teststelle in Grenzach und hilft derzeit in Rheinfelden aus.
Erika Richmeier leitet die Teststelle in Grenzach und hilft derzeit in Rheinfelden aus. | Bild: Erika Bader

Pro Tag, so schätzt die Friseurmeisterin, testen ihre Mitarbeitenden rund 250 Personen. Lieferengpässe beim Material gebe es zum Glück nicht. Zwischen drei und vier Personen würden pro Tag positiv getestet. Für Brombacher ein gutes Gefühl, diese Menschen herauszuziehen. „Es läuft super“, resümiert sie. Das zweite Standbein kommt nun auch wirtschaftlich wieder mehr zum Tragen, da im Friseursalon die 2G-Regel greift und viele ungeimpfte Kunden Termine absagen müssten. Die Mitarbeitenden, die nun im Friseurgeschäft weniger zu tun haben, können so im Testzentrum aushelfen. Ganz aktuell hat Brombacher die Nachricht erhalten, dass auch Schweizer sich kostenlos testen lassen dürfen, was dem Einzelhandel zugutekommt, sobald hier wieder die 3G-Regel greift.

  • Moschee: Seit wenigen Wochen steht vor der Alperenler-Moschee in der Schafsmatt ebenfalls ein Test-Container. Die Idee dazu hatte der Vorsitzende des Moschee-Vereins Erdal Saydam und wie es der Zufall wollte, ist ein Bekannter von ihm bereits Betreiber mehrerer Teststellen im Landkreis. Muhammet Tosun konnte so seinen Container auf dem Moschee-Gelände aufstellen. Auch er berichtet gegenüber dieser Zeitung von einem großen Andrang. „In Rheinfelden ist wirklich sehr sehr viel los.“ Gerade morgens und in den Abendstunden stünden die Leute Schlange. „Ab 15 Uhr setze ich zwei, manchmal sogar drei Mitarbeitende ein“, erklärt Tosun, der auch in Maulburg, Zell und Schopfheim aktiv ist. Bei der Bestellung von Test-Kits habe er aber hin und wieder Probleme.