Seit ihrer Kindheit spielt Lina Brugger Fußball in Eichsel, Degerfelden und Nollingen. Seit Jahren trainiert die 20-Jährige auch schon den Fußballnachwuchs auf dem Dinkelberg. Im Juli wurde sie als Co-Trainerin der U17-Juniorinnen beim Sportclub Freiburg rekrutiert.

Das könnte Sie auch interessieren

„Mitten in der Corona-Zeit haben die mich kontaktiert“, erzählt Lina Brugger. „Die“ sind der Sportclub (SC) Freiburg, der Brugger seit Juli als Co-Trainerin für die U-17-Juniorinnen beschäftigt. Für die 20-Jährige kam die Anfrage des Bundesligavereins im März überraschend. Sie erklärt es so, dass sie schon Kontakt zu einigen Spielerinnen des SC hatte und diese wussten, dass Brugger daheim die Jugend trainierte und gerade die B-Trainer-Lizenz machte.

Besprechung der U-17-Frauen des SC Freiburg bei einem Spiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam.
Besprechung der U-17-Frauen des SC Freiburg bei einem Spiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. | Bild: Patrick Seeger

Brugger telefonierte mit den Verantwortlichen beim SC und fuhr von Eichsel nach Freiburg, um sich vom Trainer alles zeigen zu lassen. „Ich hatte kurz Zweifel, weil das mehr ist, als bisher verlangt. Das ist eine andere Nummer als im Dorfverein. Das geht in Richtung Leistungssport“, sagt Brugger. „Aber dann musste ich nicht lange überlegen.“

Brugger wohnt noch im Elternhaus im Zentrum von Obereichsel. Sie hat einen älteren Bruder. Als Grundschülerin besuchte sie die Dinkelbergschule, bevor sie auf die Gertrud-Luckner-Realschule wechselte. Nach dem Abschluss besuchte sie für ein Jahr das kaufmännische Berufskolleg an der Rudolf-Eberle-Schule in Bad Säckingen und begann 2017 eine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement, die sie im Juli abgeschlossen hat. 2006, mit sechs Jahren, hatte Brugger das Kicken im Sportverein (SV) Eichsel angefangen. „Ich war tatsächlich das einzige Mädchen und habe bis zur D-Jugend immer mit den Jungs gespielt“, erinnert sie sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Für ein paar Jahre spielte sie in der Mädchenmannschaft des SC Nollingen, nach Auflösung der Mannschaft dann beim Fußballverein (FV) Degerfelden, bevor sie wieder zum SC Nollingen wechselte, da in Degerfelden nur auf verkürztem Langfeld gespielt wurde und die Damenmannschaft des SC in der Landesliga spielte. „Hier in der Gegend hat Nollingen einen sehr guten Ruf für Frauenfußball“, sagt Brugger.

Ihre Karriere als Trainerin startete sie mit 14 Jahren beim SV Eichsel, wo sie zunächst die Bambini trainierte, später auch E-Jugend und D-Jugend. In den letzten zwei Jahren war sie die Haupttrainerin der D-Jugend der Spielgemeinschaft (SG) Dinkelberg, der neben dem SV Eichsel auch der SV Karsau und der SC Minseln angehören. Als Trainerin bei der SG wollte sie aufgrund ihrer Ausbildungspläne zum Ende der Saison im September aufhören, wegen der Corona-Pandemie wurde der Trainingsbetrieb allerdings schon im Frühjahr eingestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Begeisterung für den Sport ist Brugger in die Wiege gelegt, schon der Großvater, der Vater und ihr Bruder waren Fußballer beim SV Eichsel. „Auf dem Platz war ich immer dabei und ich habe Ehrgeiz gehabt“, sagt Brugger, die immer die Zeit und das Zugehörigkeitsgefühl im Verein genossen hat.

Später hatte sie große Freude daran, den Jüngeren etwas beizubringen. Nicht nur sportlich, sondern auch menschlich fördert der Fußball die Weiterentwicklung, meint Brugger. Neben der Bewegung und der Verbesserung der Koordination ist Fußball auch eine Willensschulung.

In Freiburg trainiert Brugger nun mit 19 Spielerinnen. Das Training macht ihr viel Spaß, da die 15- und 16-Jährigen hochmotiviert sind, weil sie in der letzten Phase vor dem möglichen Eintritt in die Profimannschaft stehen. „Die wollen zeigen, was sie können“, sagt Brugger. Zur Profispielerin hatte ihr Talent nicht gereicht, meint Brugger.

Ihren größten Erfolg hatte sie mit der Damenmannschaft des SC Nollingen, als die Mannschaft beim internationalen Pfingstturnier im spanischen Santa Susanna letztes Jahr den zweiten Platz belegte. Schon vor Jahren keimte bei ihr der Wunsch, als Trainerin an einem Nachwuchsleistungszentrum zu arbeiten. Der SC ist auch „die beste Adresse“, um sich als Trainerin weiterzuentwickeln, sagt Brugger.

Über ihre Ausbildung zur Kauffrau meint sie: „Das war ein guter erster Schritt ins Arbeitsleben.“ Sie hat aber noch weitere Pläne und will ein einjähriges Fachabitur machen, um ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Sportmanagement aufzunehmen. Dafür muss sie noch ein Partnerunternehmen finden, dass ihr den direkten Kontakt zum Fußball ermöglicht. Die Hochschule und das Partnerunternehmen müssen aber in der Nähe liegen, da die heimatverbundene Brugger weiterhin in Eichsel wohnen möchte.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €