Viele Fragen haben sich Eltern nach Bekanntgabe der Schul- und Kita-Schließung gestellt. Nicht zuletzt stand aber sicher auch die Frage „Wie beschäftige ich meine Kinder jetzt wochenlang zu Hause?“ im Raum. Deshalb stellte Leony Stabla in einer Reihe vor, wie sie ihre beiden Jungs während dieser Zeit beschäftigt. Im letzten Teil geht es um Piraten.

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Nie hätte ich damit gerechnet, so viel Resonanz auf meinen Artikel „Wie man Münzen wieder zum Glänzen bringt“ zu bekommen. Meine Jungs mit den Piratenherzen haben sowohl Nachbarn und Freunde als auch fremde Leser gerührt und dazu bewegt, in ihrem Fundus nach Kupfermünzen zu suchen und sie ihnen zu schenken, wofür ich mich herzlich bedanken möchte.

Nun wollte ich die Münzen aber nicht einfach so an Jakob und Jonas weitergeben, sondern habe mir etwas Besonderes einfallen lassen: Ich habe sie mit einer echten Schatzsuche überrascht. Zu einer Schatzsuche gehört natürlich eine echte Schatzkarte. Diese und auch die Aufgaben, die meine Kinder während der Suche bewältigen sollten, haben mich ein bisschen Vorarbeit gekostet, was sich aber durchaus gelohnt hat.

Um ein normales Druckerpapier altern zu lassen, habe ich es zuerst in die gewünschte Größe gerissen, dann die geraden Ränder entfernt und es zerknüllt. Wieder aufgefaltet habe ich es auf ein Backblech gelegt und in Schwarztee, den ich zehn Minuten habe ziehen lassen, getränkt. Danach muss es bei 180 Grad Umluft in den Backofen, wobei ich es wegen der Brandgefahr natürlich nicht allein gelassen habe.

Ausgekühlt wirkt es wie altes Pergament und kann beschriftet werden. Den ersten kurzen Brief an meine Kinder habe ich zusammen mit der Schatzkarte gerollt und in eine Flasche gesteckt. Zwar konnte ich die Flaschenpost nicht wirklich über ein Gewässer zustellen, sie stand jedoch morgens einfach so vor unserer Tür und niemand wusste, woher sie kommt.

Natürlich musste ich den Text vorlesen, was das Ganze aber noch spannender machte. „Lies‘ doch endlich“, forderte mein Großer und zupfte an meinem T-Shirt, als ich das Blatt in die Hand nahm. Ihre erste Aufgabe bestand darin, einen Kompass zu basteln und sich danach in ihr Zimmer zu begeben, um „echte Piraten“ aus sich zu machen. Dazu hatte ich ihre Piraten-Kostüme von Fastnacht zurechtgelegt, zwischen denen wie von Zauberhand ein Puzzlestück und der nächste Hinweis erschien: Ab ins Bad und Zähneputzen, bis die Zähne wie die von Haifischen blitzen.

Noch nie haben meine Kinder so freiwillig Zähne geputzt wie an diesem Tag, doch sowohl der Hinweis als auch das nächste Puzzlestück blieben verschwunden. Ich hatte Mühe, sie ungesehen zu platzieren. Jakob und Jonas suchten wirklich alles ab, bis die Zettel plötzlich aus einem Tuch fielen.

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Selbstverständlich braucht es Proviant für eine große Expedition, deshalb sollten die beiden ein Piratenbrot backen. Jonas war allerdings mehr vom Knethaken begeistert, erinnerte er ihn doch an Captain Hooks Hakenhand. Der nächste Hinweis mit Puzzleteil versteckte sich in der Rührschüssel, und als das Brot im Ofen war, mussten meine Kinder die Meerenge überqueren und den Hai besiegen, um das letzte Puzzlestück zu ergattern. Es steckte im Maul des Hais.

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Das zusammengesetzte Puzzle ergab ein Piktogramm, das für den Raum stand, in dem der Schatz versteckt war – das Schlafzimmer. Stolz schleppten sie die Kiste gemeinsam in ihre Spielecke, plünderten sie und prompt kam von meinem Kleinsten auch die Frage: „Dürfen wir die jetzt alle polieren?“ Dazu habe ich natürlich nicht nein gesagt.