Die Arbeit der Schülermitverantwortung (SMV) am Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) Rheinfelden ist durch die Corona-Pandemie und den Lockdown stark eingeschränkt gewesen. Nun haben die Schülersprecher trotzdem noch zwei Projekte realisiert.

Über eine Breite von rund drei Metern spannt sich über die Wand des Schulgebäudes eine Weltkarte. Das Wandbild prangt im Schulhof am Hauptgebäude. In schwarzen Buchstaben zieht sich der Schriftzug „GBG – die Zukunft beginnt hier“ über die Karte.

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Wild verteilt über das Bild sind blaue, gelbe, grüne, rote und orange Spritzer und Kleckse. Bei dem Wandbild handelt sich um eine von zwei Aktionen der SMV, die trotz Corona-Lockdowns noch umgesetzt wurden. „Wir hatten überlegt, wie können wir unser Schulmotto umsetzen. Für die Weltkarte haben wir uns entschieden, weil viele unserer Schüler einen Migrationshintergrund haben. Die bunten Farbspritzer stehen für die Werte Vielfalt, Respekt und Toleranz“, erklärt Vertrauenslehrerin Julia Koppetsch.

Angeregt zu der Aktion wurden Schülersprecherin Jennifer Revin und ihre Stellvertreter Sarah Albrecht, Charlotte Lautenbach, Lena Rietschle, Anouk Weiß und Ibrahim Önen durch ein Schreiben des Schulnetzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, das 2020 das 25-jährige Bestehen mit einem Bundeskongress in Berlin feiern wollte. Da die Feier abgesagt werden musste, forderte das Netzwerk die Schulen auf, als Glückwunsch einen kreativen Beitrag einzusenden. Die Mitglieder der SMV interviewten mit dem Smartphone rund 30 Schüler und Lehrer und fragten, welche Werten sie mit dem GBG verbinden. „Freundschaft und Akzeptanz wurden oft genannt“, sagt Rietschle. Die Aufnahmen schnitten sie zu einer viereinhalbminütigen Audiodatei zusammen, die auf der Webseite des Netzwerks und der schuleigenen Webseite veröffentlicht wird.

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Das GBG stellte während des Lockdowns auf Homeschooling um, dann wurden wöchentlich wechselnde Klassen an der Schule unterrichtet. Nun sind Ferien. Die Stundenpläne änderten sich ständig, seither waren an keinem Tag alle Schüler gleichzeitig an der Schule. Dadurch wurde die Arbeit der SMV stark beeinträchtigt. „Die Arbeit war eher passiv. Wir haben uns weniger bis gar nicht mehr getroffen“, erzählt Koppetsch. Kontakt wurde über WhatsApp gehalten. „Die meisten Projekte sind ausgefallen, die wir geplant hatten“, sagt Rietschle. Dafür wurden alte aufgearbeitet und Vorarbeit geleistet.

Das zweite Projekt setzte die SMV im Rahmen des Wertejahres 2020 um. Die Stadtverwaltung hatte die Schulen aufgerufen, sich zu beteiligen. „Daraufhin haben wir ein buntes Fußballturnier mit der Gertrud-Luckner-Realschule, Gemeinschaftsschule, Eichendorffschule, Karl-Rolfus-Schule und der Gewerbeschule geplant“, berichtet Revin. Im Mai sollten gemischte Teams aller weiterführenden Schulen gegeneinander antreten, damit sich die Schüler begegnen und kennenlernen. Für Teams mit Schülern mit Handicap sollten angepasste Spielregeln gelten. Aufgrund der Pandemie fiel das Turnier aus.

Alternativ hat die Stadtverwaltung die Schulen gebeten, 90-sekündige Videos mit einem professionellen Filmemacher aufzunehmen, die auf der städtischen Webseite veröffentlicht werden sollen. Die Besucher der Webseite können ihre Meinung einreichen. Die Stellungnahmen sollen dann ausgewertet werden. Am Donnerstag fand der Dreh mit Rietschle, Lautenbach und Weiß statt. Sie sprachen darüber, was sie mit dem bunten Fußballturnier verbinden und erreichen wollen. „Es ist noch offen, wie es weitergeht“, sagt Koppetsch. Entweder wird das Turnier im kommenden Schuljahr veranstaltet oder es gibt eine digitale Fortsetzung.