Im Stadtgärtle Rheinfelden stehen fünf Beuten der Gruppe Bienenfreunde & Beutenbauer. So bezeichnet der Imker die Behausung des Bienenstocks – meist eine Holzkiste. Die ersten Bienen dürften bald fliegen, wenn wieder Sträucher blühen. Mitte Januar hatte die Gruppe auf Crossiety, der Sozialen-Medien-Plattform der beiden Rheinfelden, verkündet, dass im Stadtgärtle Bienenköniginnen mit der Eiablage anfangen, obgleich alles nach Winterschlaf aussehe. „Die ersten Frühlingsbienen werden Anfang Februar schlüpfen und gleich bei der Brutpflege mit anpacken. Erst Anfang März wird es soweit sein, dass sie aus dem Stock kommen und sich an die Futtersammlung beteiligen“, hieß es. Diese Zeitung hat Joachim Schlageter vom Stadtgärtle und Martial Châteauvieux von der Gruppe Bienenfreunde & Beutenbauer gefragt, wie Bienen überwintern und was im Stadtgärtle getan wird.

Das könnte Sie auch interessieren

„Die Bienen gehen nicht in Winterschlaf. Sobald es warm genug ist, fliegen sie“, sagt Châteauvieux. Im Winter kommt das nur selten vor, aber wenn es Föhnwind hat, sind die Bienen unterwegs. Bei Kälte ziehen sie sich in einer Traube zusammen. Sie können sich aufwärmen und regulieren die Temperatur in der Traube zwischen 28 und 35 Grad. „Alle zwei, drei Tage wärmen sie auf 35 Grad hoch, dann kühlt es wieder runter. Sobald es Brut gibt, müssen sie 35 Grad konstant halten“, erklärt Châteauvieux. Ein Temperaturabfall macht den Bienen nichts. Für die kältesten Wochen lagern sie Honig und Pollen ein. Die Pollen brauchen sie für die Brut zum Anfang des Jahres.

Das könnte Sie auch interessieren

In einer Beute überwintern 10.000 bis 20.000 Bienen, das entspricht ein bis zwei Kilogramm und hängt von der Betriebsweise der Imker ab. „Honigproduzenten bringen größere Völker durch den Winter, als wir es hier tun“, sagt Châteauvieux. Das Schlüpfen hört je nach Temperatur Mitte November bis Anfang Dezember auf. Neue Brut gibt es wieder ab Mitte Januar, wenn die Königin anfängt, Eier zu legen. Es dauert 19 Tage bis die ersten Bienen schlüpfen. Der Lebenszyklus einer Beine dauert etwa sechs Wochen, von denen sie drei Wochen im Stock verbringt und die letzten drei Wochen mit Futtersammeln. „Ab Ende Februar, Anfang März können wir sie dann wieder draußen sehen“, meint Châteauvieux.

Das könnte Sie auch interessieren

Im Moment blüht im Stadtgärtle kaum etwas, was den Bienen als Nahrung dienen könnte. „Das fängt mit Haselnuss und Salweide im Februar wieder an“, sagt Schlageter. Im April kommt Löwenzahn dazu. Châteauvieux erklärt, dass damit das Winterende in der Bienensaison erreicht wird. „Wenn wir es bis dahin geschafft haben, dann ist es gut“, so Châteauvieux. Im April beginnt die Obstbaumblüte. „Wir haben das ganze Obstsortiment im Stadtgärtle“, sagt Schlageter. Schlehen und Pflaumen sind die Ersten, dann folgen Kirsch-, Birnen- und Apfelbäume, später die Quitten. Die Obstbäume blühen in Abfolge, sodass das Frühjahr einen Futterreichtum für Bienen bedeutet. „Was wir im Stadtgärtle haben, reicht aber nicht aus. Die Bienen fliegen auf Futtersuche drei Kilometer weit. Wir sind auch darauf angewiesen, dass die Leute in ihren Gärten etwas vernünftiges haben und keine Steingärten anlegen“, so Châteauvieux.

Das könnte Sie auch interessieren

Am Sommeranfang wird die Robinie relevant. „Wir haben auch Kastanien und Linden gepflanzt, aber die sind noch klein“, sagt Schlageter. Wenn die Bienen im Juli die Reserven nicht aufgefüllt haben, sieht es schlecht für den kommenden Winter aus. „Wir haben versucht, mit fremdländischen Pflanzen Lücken im Sommer zu schließen“, sagt Schlageter und verweist auf den Bienenbaum und Hochstauden, die den ganzen Sommer blühen. Auch Nutzpflanzen wie Kürbisse und Küchenkräuter sind gut für Bienen. Im August sammeln sie Zuckerausscheidungen von Läusen auf Tannen, woraus der Waldhonig entsteht. Im Stadtgärtle gibt es noch ein Bienenhotel für Wildbienen, das Arnold Thoms gebaut hat. „Für die ist es aber komplizierter, die brauchen nicht nur das passende Futter, sondern auch noch das Baumaterial“, meint Châteauvieux.