Christina Kuhn, Kuratorin der Ausstellungen im St. Josefshaus, freut sich, dass in dieser schwierigen Zeit etwas Farbenfrohes ins Haus eingekehrt ist: „Das ist ein schönes Zeichen für den Frühling.“ Entsprechend der Corona-Regeln ist die Schau von Melanie Burkard im Verwaltungsgebäude vor allem für Bewohner und Mitarbeiter zugänglich, Besucher müssen sich vorher anmelden.

So sprudelnd vor Ideen wie Melanie Burkard selber ist, sind auch ihre Bilder. Diese entstehen „nach Gefühl“, wie sie sagt: „Mal gibt es sonnige Tage, dann sind die Bilder bunter, mal sind sie grauer.“ Für die große Einzelschau hat sie Arbeiten aus den vergangenen drei Jahren zusammengetragen. Einen speziellen Effekt haben die Bilder in der experimentellen Fließtechnik des Acrylic Pouring. Die Acrylfarbe wird dabei durch Silikonöle verdünnt und flüssig gemacht. Burkard lässt die Farben dann frei über die Leinwand fließen. Durch diese Bewegung entstehen Zellen und organische blasenartige Strukturen.

Dann wird es spannend, denn dann kommt Feuer ins Spiel. Mit einem Brenner verdickt und schichtet die Malerin die Farben und erzeugt so reliefartige Strukturen. Auf das getrocknete Bild setzt Melanie Burkard ihre „Blobs“ aus verdickter Acrylfarbe, sodass ein 3D-Effekt entsteht. Über diese von ihr selbst entwickelte Technik hat die Malerin ein Buch geschrieben: „Blob Pouring – ein Feuerwerk aus Acrylfarben“, das im Januar im Christophorus Verlag erschienen ist, in der Ausstellung ausliegt und erworben werden kann.

Darüber hinaus zeigt Melanie Burkard im St. Josefshaus vielseitige Arbeiten, in denen sie experimentierfreudig verschiedenen Materialien einarbeitet: Spachtelmasse, Pompoms, kleine Kügelchen, weißer Schaum. Es gibt auch Blob-Bilder auf einfarbigem Hintergrund und Werke mit Linien aus flüssiger Acrylfarbe zu entdecken. Auch Naive Malerei ist dabei, die sie als Interpretationen der fantasievollen Kindermalerei ihrer Tochter versteht.

Wichtig ist Burkard, wie die Farben in Harmonie miteinander vermischt werden. Gern setzt sie kräftiges, leuchtendes Gelb, Rot, Pink und Blau ein. „Ich finde es aber auch spannend, wenn es im Bild etwas gibt, was das Auge stört.“ So liebt sie auch Kontraste wie scharfe Kanten und Linien oder Schwarz-Weiß als Gegensatz zum Leuchtfarbigen.

Früher hat sie gegenständlich in Öl gemalt, doch das wurde ihr auf Dauer langweilig. So wechselte sie zur freien Acrylmalerei, bei der sie sich „jedes Mal aufs Neue überraschen lassen kann“. Seit zwei Jahren ist Burkard, die beruflich im mittleren Dienst arbeitet, Mitglied im Verein Bildende Kunst Lörrach, hat bei dessen Kunstprojekt „Die Kunst läuft“ mitgemacht und dafür Schuhobjekte mit farbigen Blobs gestaltet.

Begleitend zur Ausstellung sollen bald auch auf der Webseite der Kunstküche Bilder von Melanie Burkard zu sehen sein. Zugunsten der Tierschutzvereine Rheinfelden, Lörrach und Weil soll das Bild vom Frosch auf der Seifenblase versteigert werden, Interessenten können sich online an der Auktion beteiligen.

Info: Die Ausstellung „Farbenlied“ im St. Josefshaus dauert bis Oktober. Anmeldung erforderlich unter Telefon 07623/47 06 71 oder per E-Mail (kunstkueche@sankt-josefshaus.de). Infos im Internet:
www.kunstkueche-sankt-josefshaus.de