Rheinfelden ächzt aktuell unter der Hitze und viele Menschen suchen Erholung und Abkühlung im Freibad. Das hat bis Dienstag auch ein Mann aus Schwörstadt mit seiner Lebensgefährtin regelmäßig gemacht – ein Vorfall dämpfte seine Begeisterung für die Einrichtung aber. Der Grund für seinen Ärger: Taschen- und Personenkontrollen durch Sicherheitsmitarbeiter und den kommunalen Ordnungsdienst.

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Der 28-Jährige, sein Name ist der Redaktion bekannt, war am Dienstag wieder Gast im Freibad mit seiner schwangeren Freundin. Um die Corona-Verordnungen einzuhalten, gibt das Bäderteam Armbändchen aus, um zu kontrollieren, wie viele Menschen sich gleichzeitig im Becken aufhalten. Sind alle Bändel aufgebraucht, heißt es warten. „Ich habe schon die Tage davor immer wieder beobachtet, dass andere Gäste die Bändel gebunkert und nicht zurückgegeben haben“, schildert der Mann. Das war wohl auch dem Bäderteam aufgefallen, am Dienstag kontrollierten die Sicherheitsleute Taschen. Der 28-Jährige weigerte sich, seine Taschen zu öffnen. „Das geht gar nicht, ich habe schließlich nichts gemacht.“

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Als der Mann kurz darauf wieder ins Wasser ging, konnte er vom Becken aus beobachten, wie die Sicherheitsleute samt Mitarbeitern des kommunalen Ordnungsdienstes die Liegewiese absuchten. „Dass die wegen mir gekommen waren, konnte ich mir gar nicht vorstellen.“ Aber genau so sei es gewesen. Er wurde aufgefordert, seine Personalien anzugeben. Dies verweigerte er. „Das dürfen die doch gar nicht“, ist er überzeugt. Er habe das Vorgehen als totale Schikane empfunden und als unverhältnismäßig. „Wenn das mit den Bändeln nicht klappt, muss man sich etwas anderes überlegen.“ Er hätte sich vorgeführt gefühlt und werde nicht mehr kommen, sagte der 28-Jährige am Dienstag.

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Bäderbetriebsleiter Daniel Klein bestätigte auf Nachfrage am Mittwoch den Vorfall. „Da sind wohl auf beiden Seiten die Emotionen hochgekocht.“ Richtig sei, dass viele Badegäste ihre Bändel nicht zurückbringen. „Wir machen dann regelmäßig Lautsprecherdurchsagen, worauf häufig ein Schwung zurückkommt“, schildert Klein. Aber eben nicht alle. Einfach auffüllen dürfte das Team die fehlende Stückzahl nicht, weil dann mehr Menschen im Becken sind, als zulässig.

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Dass die Security-Mitarbeiter alle Taschen kontrollieren, sei nicht der Fall. Das täten sie eher auf Verdacht, aber nicht bloß wegen der Bändchen. „Da geht es auch um Glasflaschen, Waffen oder Drogen“, erklärt Klein. Dass die Situation mit dem 28-Jährigen, aus Sicht von Klein ein unauffälliger Gast, der ruhig seine Bahnen gezogen habe, so eskaliert sei, sei nicht in Ordnung gewesen. „Ich habe das mit dem Personal auch noch mal besprochen und mit ihm telefoniert.“

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Der kommunale Ordnungsdienst sei indes berechtigt, Personalien aufzunehmen. Die Mitarbeiter sind regelmäßig im Freibad, um das Bäderteam bei der Einhaltung der Regeln zu unterstützen. „Die Auflagen sind sehr hoch“, so Klein. Gerade weil sich vor den Becken oder Sprunganlagen häufig Warteschlangen bildeten, müssten die Abstandsregeln kontrolliert werden. Insgesamt ist Klein mit der Saison unter „verrückten Bedingungen“ zufrieden. „Überwiegend läuft das gut und die Gäste halten sich an die Regeln.“

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Schon seit dem 20. Juni können die Rheinfelder ihr Bad wieder besuchen. Die Obergrenze liegt bei 1500 Gästen pro Tag. Wer schwimmen will, muss sich vorher anmelden, kann dann aber theoretisch den ganzen Tag bleiben. Denn auf Zeitfenster – wie in anderen Kommunen – hat die Stadt verzichtet. Man wolle niemanden mittags bei 30 Grad heimschicken, hatte Klein zu Beginn der Saison erklärt. Auch in den Becken müssen die Abstandsregeln eingehalten werden, höchstens 250 Gäste dürfen gleichzeitig im Wasser sein.

Anmeldung zum Baden: Hier oder telefonisch zu den Öffnungszeiten unter 07623/39 35. Die Hygieneregeln sind im Internet einsehbar.

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