Der Artikel über die quakenden Frösche in der Anlage Haus am See hat online für eine lebendige Diskussion gesorgt und Michael Zierer, Wohnungseigentümer in besagtem Haus sowie Verwaltungsbeirat der Wohnungseigentümergemeinschaft veranlasst, sich an die Redaktion zu wenden.

Der Teich, so Zierer, bestehe seit fünf Jahren und sei als Teil der Dachentwässerung für Regenwasser eingeplant worden. „Wenn wir den Teich zuschütten würden, würde die Verpflichtung aus dem Bauantrag nicht mehr erfüllt sein“, erklärt Michael Zierer.

Erst seit etwa zwei Jahren sei eine Population an Amphibien, auch hörbar, festzustellen. „Die Frösche wurden weder von den Eigentümern noch von der Verwaltung eingesetzt, sondern sind vermutlich auf natürlichem Weg in den Teich gelangt“, so Zierer. Ein möglicher Grund könnten Wasservögel sein, welche Amphibienlaich im Gefieder über weite Strecken mittragen und verteilen. Dies könne nie zu hundert Prozent verhindert werden, auch wenn die jetzige Population versetzt werden würde. Dass sich überhaupt Amphibien in einem künstlichen Gewässer ansiedelten, sei ein Zeichen für die hohe Qualität des Teiches.

Gegen Einsatz von Fischen

Den Vorschlag von Ulrich Faigle, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hochrhein, räuberische Fische einzusetzen, bezeichnet Zierer als „unsachgemäß.“ Der Teich sei bewusst nicht mit Fischen besetzt worden, um dem Risiko einer Verschlammung aus dem Weg zu gehen. „Eine Verschlammung kann zum Kippen des Teiches führen, welches sicher eine deutliche Geruchsbelästigung zu Folge hätte.“

Das könnte Sie auch interessieren

Seit zwei Jahren bemühen sich die Eigentümer um eine Klärung, welche ordentlichen Maßnahmen für eine Pflege des Teiches notwendig sind, um die Amphibienpopulation in einem kontrollierten Maße zu halten. Dazu habe sich extra eine Arbeitsgruppe gebildet. „Leider gibt es keine Lösung, welche mit einem Fingerschnippen zu erreichen wäre“, so Zierer weiter.

Versetzung beantragt und bewilligt

Bereits beim Landratsamt beantragt und bewilligt sei die Versetzung der geschützten Tiere in ein neues, artgerechtes Gewässer. „Ein Ersatzstandort ist leider noch nicht gefunden.“ Erschwerend komme laut Zierer hinzu, dass sich die Amphibien gerade in der Brut- und Laichzeit befänden, was eine Versetzung derzeit nicht möglich mache.

Das könnte Sie auch interessieren

Bestandteil dieses Antrags sei eine Artenbestimmung gewesen, die Heiner Lohmann vom BUND vorgenommen habe. Demnach handelt es sich bei den quakenden Tieren um Pelophylax ridibundus – den Seefrosch. Bereits gestartet habe die Gemeinschaft eine Ausschreibung, um die fachgerechte Versetzung der Amphibien und die Überarbeitung des Teiches durchführen zu lassen. Dies erfordere jedoch bestimmte Verwaltungsabläufe für Anfragen, Angebote und Vergabe. „Einiges konnte innerhalb der Corona-Zeit nicht erfolgen“, so Zierer.

Eigentümer wollen naturgerechte Lösung

Die Stadt habe zudem eine Wasseranalyse gefordert, damit das Niveau des Sees gesenkt werden und das Wasser ins öffentliche Kanalnetz geleitet werden könne. Das alles sei mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die Eigentümer seien jedoch bereit, diese Mehrkosten zu tragen, um eine naturgerechte Lösung zu finden. Das brauche jedoch Zeit und Geduld.

Das könnte Sie auch interessieren

Eines ist Zierer in seiner Aufzählung auch wichtig: „Die Amphibien sind schon vor dem Menschen auf diesem Planten unterwegs. Ich kann mich an keine Beschwerde diese geschützten Tiere erinnern, dass ihre bisherigen Lebensräume durch Straßen, Häuser oder Fabriken verschwunden sind.“ Alle sprächen immer von Klimaschutz. Nun habe sich ergeben, dass sich ein künstlich geschaffener Lebensraum zum Biotop entwickelt habe. „Darauf sollten wir eher stolz und positiv eingestellt sein“, so Zierer.

Um schnelle Lösung bemüht

„Wir sind dran, haben Angebote und Lösungen. Leider führen die Corona-Pandemie und die Laich-Zeit dazu, dass wir gerade nichts tun können“, erklärt Zierer abschließend. Die Wohnungseigentümergemeinschaft sei laut Zierer bestrebt, an Lösungen zu arbeiten, doch die Corona-Pandemie stoppte alle Vorhaben, da eine digitale Absprache unter den Wohnungseigentümern nicht möglich gewesen sei.