Thomas Schmiederer, Vorsitzender des Trottoirfest-Vereins, ist sauer, enttäuscht und fassungslos zugleich. Die neuste Corona-Verordnung des Landes haben ihm und seinem Vorstandsteam einen dicken Strich durch die Rechnung und das „Summerfescht“ gemacht.

Das Problem

Die neueste Verordnung lässt ein Nebeneinander von Vereinsbewirtung und Musik auf Freilichtbühnen nicht zu. Weil das zu viele Einschränkungen und Verbote nach sich gezogen hätte, wurde das anstelle des seit Langem abgesagten Trottoirfestes angedachte „Summerfescht“ jetzt abgesagt. Zuvor hatte es noch ein längeres Gespräch mit Oberbürgermeister Klaus Eberhardt und Ordnungsamtschef Dominik Rago gegeben, die ebenfalls von der neuen Verordnung überrascht wurden. „Es war eigentlich alles schon trockenen Tüchern, alles war gut geplant und durchdacht und mit der Verwaltung besprochen“, erklärt Schmiederer bei einem Pressegespräch.

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Als er dann von der neuen Verordnung erfuhr, seien er und sein Team aus allen Wolken gefallen. Nie hätten sie gedacht, dass das Fest nicht in dieser Form würde stattfinden können. Sponsoren, Programm, Sicherheits- und Hygienekonzepte im Hinblick auf Corona seien da gewesen. Zuletzt habe man noch ein Testzentrum auf dem Festplatz organisiert, um auch die Drei-G-Regeln (Genesen, Geimpft, Getestet) einzuhalten. „Keiner kann hier nachvollziehen, wie eine solche Verordnung des Landes zustande gekommen ist zum jetzigen Zeitpunkt“, so der Vorsitzende.

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Dass plötzlich Vereinsbewirtung nicht mit Livemusik korrespondiere und nicht mehr erlaubt sei: „Nun, das verstehe, wer will“, so Schmiederer. Das haben auch die Jungs der Partyband „The Walkers“, die bei der Eröffnung nach dem Fassanstich spielen sollten, nicht verstanden. Und so haben sie einen geharnischten Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann geschrieben und auch in den sozialen Netzwerken verbreitet. Der Tenor: So geht alles Kultur- und Gesellschaftsleben kaputt. Ein Fest ohne Livemusik, das wäre nichts Halbes und nichts Ganzes gewesen, waren sich Vorsitzender Schmiederer und sein Stellvertreter Bruno Dürrholder absolut einig.

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„Ich bedaure diesen Umstand außerordentlich“, sagt OB Klaus Eberhardt, der auch die Schirmherrschaft für dieses Fest übernommen hatte. Da hätten sich Vereine und Cliquen sehr viel Mühe gegeben, ein Corona-gerechtes Format zu finden. Eine vorher nicht bekannte Regelung der aktuellen Corona-Verordnung habe das Nebeneinander von Vereinsbewirtung und Musikprogramm auf der Bühne nicht zugelassen. „Dies empfinde ich als absolut wesensfremd“, betont der OB. Wenn man bedenke, wie nah Menschen mittlerweile auch in geschlossenen Räumen bei Einhaltung der Drei-G-Regeln sich begegnen können, sei die neue Landesverordnung nicht so recht nachvollziehbar.