Wie alle Wirtschaftsbereiche hat auch die Baubranche derzeit große Herausforderungen zu meistern. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus kommt es zu Lieferengpässen, Mitarbeiter aus dem Ausland können teilweise nicht einreisen, die Arbeiter auf den Baustellen müssen geschützt werden. Ein Einblick, wie es auf den Großbaustellen in Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen aktuell aussieht.

  • Wohnbauten in der Römerstraße: Auf der Baustelle in der Römerstraße, wo die städtische Wohnbau zwei Häuser mit insgesamt mehr als 90 Wohnungen erstellt, läuft derzeit alles nach Plan – noch. „Für die kommenden Wochen ist alles gesichert, es könnte aber zu Verzögerungen kommen, falls es etwa Lieferengpässe bei Beton oder auch Stahl, der aus Italien kommt, gibt“, sagt Wohnbau-Geschäftsführer Markus Schwamm auf Nachfrage dieser Tageszeitung. Haus eins sei etwa sechs bis acht Wochen weiter als Haus zwei, was den Baufortschritt angeht. Im Haus eins wird gerade der Keller gebaut.
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Beide Gebäude befinden sich noch im Rohbaustadium. Nach wie vor kommen alle Arbeiter auf die Baustelle. „Das Gute ist, dass sie ja an der frischen Luft arbeiten“, so Schwamm. Sie könnten sich ihre Aufgaben so aufteilen, dass sie sich nicht zu nahe kommen. Schwamm weiß, dass es nicht überall so gut läuft wie auf der Baustelle in der Römerstraße. „Von Kollegen weiß ich, dass einige Wohnbauprojekte derzeit komplett stillstehen.“ Ein Problem seien etwa ausländische Arbeiter, die nicht mehr über die Grenze kämen.

  • Hochrheincenter II: Auf der Baustelle für das Hochrheincenter II in der Innenstadt etwa sieht die Lage schon nicht mehr ganz so rosig aus. Laut Investor Rolf Brugger von Hochrhein Invest können nicht alle Arbeiten wie geplant ausgeführt werden, da bereits einige Firmen, bedingt durch Corona, Ausfälle beim Personal hätten. Manche Firmen hätten Subunternehmer auch aus dem Ausland, diese könnten nicht mehr einreisen. Es werde definitiv Verzögerungen im Bauablauf geben. „Unter anderem die Liftmonteure sind komplett ausgefallen, das behindert viele Folgearbeiten, aber auch die komplette Fliesenlegertruppe ist ausgefallen, was auch zu großen Verzögerungen führen wird“, nennt Brugger Beispiele.
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Zudem habe durch diese Situation der Koordinations- und auch Improvisationsaufwand auf der Baustelle enorm zugenommen, was die weitere Planung extrem erschwere. „Wir haben bereits alle Käufer und Mieter über mögliche Terminverzögerungen schriftlich informiert“, betont Brugger. Das Einkaufscenter sollte ursprünglich im August 2020 eröffnet werden. Für Handwerker, die noch auf der Baustelle sind, gelten die gesetzlich angeordneten Schutzmaßnahmen, und die Handwerksfirmen achten laut Brugger genau darauf, dass ihre Mitarbeiter diese auch einhalten.

  • Großbaustellen bei Roche: Roche betreibt am Standort in Grenzach-Wyhlen derzeit zwei Großbaustellen: die Sanierung der Kesslergrube und den Bau des Flexible Office Building. Diese könnten unter Einhaltung strenger Sicherheits- und Hygienemaßnahmen auch weiterhin betrieben werden, teilt ein Sprecher des Unternehmens mit. Bisher habe es auf den Baustellen keine nennenswerten Verzögerungen gegeben. Der Neubau, der zwischen 50 und 60 Millionen Euro kosten wird, soll laut Plan im zweiten Quartal 2021 eröffnet werden. „Auch wenn sich vereinzelt Lieferungen wie aus Italien verspäten, haben wir derzeit keine Verzögerungen, welche sich auf den geplanten Übergabetermin auswirken würden“, teilt Tim Oste, Projektleitung Flexible Office Building, mit.
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Bisher hätten sich bei den Projektbeteiligten und Arbeitern keine Corona-Verdachtsfälle bestätigt, doch es herrsche höchste Aufmerksamkeit. Roche habe umfassende Schutzmaßnahmen auf den Baustellen umgesetzt und beobachte die Entwicklung auf ihren Baustellen kontinuierlich, so der Sprecher. So habe man den Personalbestand auf den Baustellen reduziert. Auch in Baubüros und Pausenräumen gelten neue Regeln. Es wurde die Anzahl der Sitzgelegenheiten reduziert, damit sich weniger Mitarbeiter an den Raucherpunkten und anderen Orten treffen. Das Unternehmen habe zudem alle Mitarbeiter der Baustellen zu den Hygieneanforderungen geschult und alle beauftragten Unternehmen darüber informiert.

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