Im Sommer vor 20 Jahren erlebte Rheinfelden ein ganz besonderes Ereignis. Eine Etappe des berühmten Radrennens Tour de France führte durch die Stadt und lockte viele Tausend Zuschauer an. Wilfried Markus moderierte die Veranstaltung zusammen mit den Ehrengästen, die zu diesem Anlass in die Stadt gekommen waren – die Radsportlegende Rudi Altig, sein Entdecker und ehemaliger Bundestrainer Karl Ziegler und der Olympiasieger Hans Lutz.

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Schon Wochen vor dem eigentlichen Ereignis war die Touretappe von Lausanne nach Freiburg durch Rheinfelden Thema Nummer eins in der Stadt. Zu dieser Zeit liefen die Vorbereitungen für das Großereignis auf Hochtouren, das Organisationsteam der Stadt um den damaligen Oberbürgermeister Eberhard Niethammer war voll im Einsatz.

Wilfried Markus (Mitte) moderierte damals die Etappe der Tour de France durch Rheinelden. Links neben ihm der ehemalige Oberbürgermeister Eberhardt Niethammer.
Wilfried Markus (Mitte) moderierte damals die Etappe der Tour de France durch Rheinelden. Links neben ihm der ehemalige Oberbürgermeister Eberhardt Niethammer. | Bild: Wilfried Markus

Auf dem Oberrheinplatz wurde eine große LED-Leinwand, an mehreren Stellen in der Stadt Fernseher aufgestellt, ein Festbetrieb wurde aufgebaut, bei dem zehn Vereine wirten sollten. Am Haus Salmegg sollten die Fahrer begrüßt werden, der Oberrheinplatz wurde Party-Meile mit Musik und Hüpfburg für die Kinder.

Ladenbesitzer und Privatleute wurden aufgerufen, ihre Häuser entlang der Strecke im Zeichen der Tour zu schmücken. Natürlich mussten auch die Straßen großräumig gesperrt und ein Verkehrs- und Sicherheitskonzept erarbeitet werden.

Erinnerungen an den Trubel

Glasbläser Wilfried Markus erinnert sich noch ganz genau an den Trubel vor 20 Jahren, zumal er selbst eine wichtige Rolle an dem Tag einnehmen sollte – etwas, das vorher nicht ganz so geplant gewesen war. „Vor dem Ereignis sind Alois und Otmar Stöcklin auf mich zugekommen und haben mich gefragt, ob ich die Moderation übernehmen könnte“, erzählt er im Gespräch. „Ich hatte schon auf manchen Sportlerbällen moderiert, man kannte sich eben und sie dachten, ich sei der Richtige.“

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Angedacht war, dass er die Zuschauer nur am Anfang ein bisschen unterhält, danach sollte der Radsportreporter Herbert Watterott kommen und übernehmen. Gesagt, getan: Als der große Tag, der 21. Juli, gekommen war, begrüßte Markus die Ehrengäste Rudi Altig, Karl Ziegler und Hans Lutz im VIP-Bereich und unterhielt die Zuschauer. Am Oberrheinplatz und entlang der ganzen Strecke hatten sich Tausende von Menschen versammelt und lauschten, während sie auf die Radprofis warteten, den launigen Worten von Markus. Doch dabei blieb es nicht.

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„Irgendwann kamen die Brüder Stöcklin zu mir und verkündeten, dass Watterott doch nicht komme, weil er gleich nach Freiburg durchfahren werde. Also hieß es ,mach du‘“, erinnert er sich lachend. Er fragte sich, was er denn nun erzählen solle, schließlich ist er kein Radsportprofi. „Zum Glück kannte ich mich aber zumindest ein bisschen aus, denn ich bin früher einmal in der A-Jugend in einem Verein gefahren“, berichtet Markus. „Also erzählte ich den Ehrengästen von Werner Scharch, damals Staatstrainer in der DDR. Und ab da lief die Sache, denn die drei kannten Scharch und es entwickelte sich eine sehr gute Unterhaltung.“

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So sah es auch der Autor vor 20 Jahren, der schrieb: „Allein die Kommentare und Anekdoten von Altig und Ziegler im Gespräch mit Wilfried Markus waren einen Besuch wert.“ Das eigentliche Event, also die Durchfahrt der Radfahrer, sei dann „wusch“ vorbei gewesen. Die zehn Kilometer vom Rheinübergang auf den Waidhof hatten die Fahrer innerhalb von 13 Minuten hinter sich gebracht. „Dennoch war der ganze Tag war ein tolles und einmaliges Erlebnis“, sagt Markus und lacht. „Ich werde zum Beispiel nicht vergessen, dass ich die vielen Menschen immer wieder dazu angehalten habe, eine La-Ola zu machen, sobald die Fahrer vorbeikommen, anstatt zu klatschen. Na ja, als es dann soweit war, haben doch alle geklatscht.“ Bis in die Nacht hinein wurde auf dem Oberrheinplatz gefeiert.