Dass Rheinfelden besonders hartes Wasser hat, sieht man täglich an Kalkablagerungen im Wasserkocher oder hört man am Gurgeln der Kaffeemaschine. Künftig wird zwar weicheres Schweizer Wasser in das Stadtnetz eingespeist, was aber nur zu einer geringfügigen Reduktion der Wasserhärte führt. Die Stadt denkt darum über die Einrichtung einer zentralen Wasserenthärtungsanlage nach. Doch das kann teuer werden – und würde damit auch den Wasserpreis für die Bürger erhöhen.

Die maximale Bezugsmenge

Um die Trinkwasserversorgung der Kernstadt sicherzustellen, besteht schon länger eine Leitung über den Rhein zur Schwesterstadt. Klaus Rhode von Regioaqua erklärte in der jüngsten Ausschuss-Sitzung, dass laut einer neuen Vereinbarung ein maximaler Wasserbezug im Jahr von 800.000 Kubikmetern (m³) aus der Schweiz möglich ist, wobei pro Tag 2200 m³ bezogen werden können. Der jährliche Wasserverbrauch von Rheinfelden liegt bei 1,4 Millionen m³. Aus Hygienegründen müssen täglich 250 m³ abgenommen werden. Um eine gesteuerte Einspeisung des Schweizer Wassers in das Stadtnetz zu ermöglichen, ist der Bau eines Einspeisebauwerks nötig.

Wenig Auswirkungen auf Härtegrad

Nur geringen Einfluss hat das Schweizer Wasser auf den Härtegrad des Wassers in der Kernstadt und den Ortsteilen im Tal, erklärte Rhode. Das Rheinfelder Wasser hat einen Härtegrad von 26 dH, das Schweizer Wasser einen von 15 dH. Die Zwangsmenge aus der Schweiz ist zu gering, als dass es sich bemerkbar machen würde, erklärte Rhode. Die von Regioaqua im Auftrag der Stadt erstellte Konzeptstudie zielt auf die Erreichung eines Härtegrads von 12 dH an.

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Rhode führte die drei möglichen Verfahren Schnellentkarbonisierung, Ionenaustausch mittels Kohlensäure und Nanofiltration mit einer Membran zur zentralen Enthärtung des Wassers an. Jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile. Die Schnellentkarbonisierung führt lediglich zur Karbonathärtereduktion und nicht zur Nitratreduktion. Bei den anderen Verfahren gibt es größere Wasserverluste und belastete Abwässer.

Im Ergebnis stellt die Schnellentkarbonisierung die Vorzugsvariante dar. Laut Rhode handelt es sich um ein langjährig erprobtes Verfahren, mit dem eine Resthärte von 10 bis 13 dH erreicht werde. „Es gäbe nur noch eine geringe Kalkbildung“, so Rhode.

Kosten werden steigen

Als Standort für die zentrale Enthärtungsanlage böte sich der stillgelegte Tiefbrunnen 2 nördlich des Freibads an. Mit 4,4 Millionen Euro hätte das Verfahren die günstigsten Investitionskosten und mit 432.000 Euro die günstigsten Betriebskosten im Jahr. Weitere 1,5 Millionen Euro kosten Infrastrukturanpassungen, die jährliche Betriebskosten von 120.000 Euro zur Folge hätten. Für die Bürger würde sich die Enthärtung am Preis bemerkbar machen, da 0,39 Euro auf den Kubikmeter aufgeschlagen werden müssten. Derzeit kostet der Kubikmeter 1,30 Euro.

Rhode gab zu Bedenken, dass auch weitere Investitionen den Preis belasten werden wie der Neubau der Hochbehälter in Minseln und Eichsel mit Fallleitung und im Vogelsang. Auf dem Dinkelberg stehen noch weitere Investitionen an, da derzeit dort nicht die Versorgung mit Löschwasser gesichert ist. „Im Moment ist für uns die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung die größere Herausforderung als der Komfort“, meinte Rhode.

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