Keine Schlüsselübergabe, keine Feiern und kein Umzug. Ohne Fasnacht hat Oberzunftmeister Michael Birlin nur wenig zu tun. Entsprechend lautet das Motto der Kampagne: Narro am Rhy, wegen Corona sin me dies Johr nit debi.

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Die Fasnachtskampagne 2020/21 fällt aus. Traditionsgemäß hat aber die Schmugglergilde Warmbach am Samstag für die Narrenzunft Rheinfelden einen kleinen Narrenbaum am Oberrheinplatz aufgestellt. Gerade einmal acht Meter misst die Tanne, die der Werkhof zur Verfügung gestellt hat und die bis vor Kurzem in der Stadt noch als Weihnachtsbaum stand. Geschmückt ist der Narrenbaum mit dem traurigen Motto „Narro am Rhy, wegen Corona sin me dies Johr nit debi“ und Fotos der 34 in der Zunft organisierten Cliquen. „Damit wollten wir trotz der ausfallenden Fasnacht die Verbundenheit der Cliquen ausdrücken“, erklärt Oberzunftmeister Michael Birlin.

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Die Spuren der Fasnacht sind diesmal ganz dezent. Schon ein paar Tage vorher hatten die Schmuggler einen Weihnachtsbaum in Warmbach zum Narrenbaum umgewandelt und die Dinkelberg-Schrate Rheinfelden haben den Oberrheinplatz dekoriert und erstmals auch das Rathaus mit Wimpeln und Zunftfahnen geschmückt.

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Aufgrund des Shutdowns im November musste schon das Nierli-Essen und das Wecken des Latschari ausfallen. „Der schläft ja noch, also wird er auch nicht verbrannt“, meint Birlin. Schmerzlich ist es für die Narren, dass Umzug, Feiern, Konzerte und auch die normalerweise am Schmutzige Dunschtig stattfindende Rathausstürmung mit Schlüsselübergabe ausfallen. „Wofür sollen wir die Macht übernehmen, durch Corona ist eh kein Geld da. Der OB soll schauen, dass er die Kasse bis nächstes Jahr wieder ins Lot bringt“, witzelt Birlin bitter. Die Blaumann genannte Uniform der Zunft hat er nur einmal zum Narrenbaumstellen angezogen. Für den Rest der Kampagne bleibt sie im Schrank.

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Die Untätigkeit ist der Ozume nicht gewöhnt. Seit 50 Jahren macht er Fasnacht, zuerst beim Narrennest Degerfelden, dann bei den Klingentalwichteln Degerfelden und seit 2013 als Ozume. Eigentlich ein intensives Amt mit unzähligen Terminen und Besprechungen. Die goldene Plakette für die Kampagne hatte die Zunft schon im Sommer geplant und anfertigen lassen. „Aber wir verkaufen sie nicht in dieser Kampagne“, sagt Birlin. Die ersten Plaketten bekommen der Oberbürgermeister und die Bürgermeisterin beim Nierli-Essen, das ausfiel. Die Plaketten werden für die nächste Kampagne aufgehoben, das Motiv bleibt geheim.

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„Es ist schmerzlich, dass alles ausfällt“, meint Birlin. Der Kontakt in den Cliquen und Treffen mit anderen, das Zusammensein, das Feiern und die Fröhlichkeit fehlen. Für viele Cliquen bedeutet der Ausfall der Kampagne auch finanziellen Schaden, da sie gerade in der närrischen Zeit einen Großteil ihrer Einnahmen machen. „Jede Clique hat ihr Narrenbäumle oder wird irgend eine Kleinigkeit machen, aber es darf keine Menschenansammlung geben und man darf keine Musik machen“, klagt der Oberzunftmeister. „Ich nehme an, dass alle Energie und Mut für nächstes Jahr sammeln, um wieder närrisch aufzutreten und gemeinsam eine närrische Kampagne zu erleben, falls die Pandemie bis dann einigermaßen im Griff ist“, sagt er abschließend.