Der größte Rheinfelder Stadtteil wird noch größer werden: In Herten entsteht ein neues Gewerbegebiet, Fisher Clinical Services wird im Sengern rund 200 Menschen Arbeit bieten. Damit steigt auch der Wohndruck, weshalb nach den Vorstellungen des Ortschaftsrats das neue Wohngebiet „Römern“ schnell weiter geplant werden soll. Das wird jedoch nicht geschehen.

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  • Worum geht es? Auf einer Fläche von 5,5 Hektar soll zwischen den Sportplätzen und der Bahnlinie ein neues Wohngebiet entstehen. Das Gebiet ist bislang im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen, dieser muss dafür geändert werden. Auch wenn die Entwicklung nicht ganz einfach ist – es führt eine Stromleitung darüber und durch die Nähe zum Mattenbach muss ein Gewässerschutzstreifen berücksichtigt werden – bietet es sich laut Oberbürgermeister Klaus Eberhardt geradezu für eine Weiterentwicklung an.
  • Was wurde bisher gemacht? Die Stadt bereitet im Vorfeld der Bauleitplanung einen mehrstufigen Beteiligungsprozess vor, wie Stadtplanerin Christiane Ripka den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses in Erinnerung rief. Die erste Stufe war eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ortschaftsrat Herten. So fanden im vergangenen Jahr mehrere Infoveranstaltungen statt, die Mitglieder schauten sich verschiedene Wohngebiete in der Region an und präzisierten ihre Vorstellungen: Demnach sollen im Gebiet „Römern“ ausschließlich Geschosswohnungen entstehen, wovon ein Drittel sozial gefördert werden soll. Das Wohnquartier soll ökologisch und generationenfreundlich entwickelt werden. Nach dieser ersten Zielsetzung sollten nun weitere Stufen des Prozesses folgen. Aber dafür fehlt im aktuellen Haushalt das Geld.
  • Was ist das Problem? Rund 75.000 Euro, so die Schätzung der Verwaltung, würde ein zweistufiger städtebaulicher Wettbewerb kosten. Bis zu zehn Planungsbüros sollen angeschrieben werden, eine Fachjury wählt aus den Entwürfen die drei besten aus. Diese sollen dann auf einer Art Marktplatz den Bürgern vorgestellt werden. Deren Anregungen fließen in die Entwürfe ein, der beste wird final von der Jury ausgewählt. Die Kosten setzen sich aus Honoraren für die Betreuung des Wettbewerbs, der Jury und dem Preisgeld zusammen. Diese Mittel sind im aktuellen Haushalt jedoch nicht vorhanden. „Da die Finanzierung nicht gesichert ist, müsste ich Widerspruch einlegen“, so OB Eberhardt im Hinblick auf die Entscheidung des Gremiums.
  • Was sagen die Mitglieder? Ortsvorsteher Frank-Michael Littwin machte die Position des Ortschaftsrats Herten deutlich, der mit einer großen Mehrheit beantragt hat, den städtebaulichen Wettbewerb noch in der ersten Jahreshälfte 2020 auszuloben. Angesichts der finanziellen Situation fand dieser Wunsch jedoch keine Unterstützung. Karin Paulsen-Zenke (SPD) empfahl, nicht in Hektik zu verfallen, und Heiner Lohmann (Grüne) wünschte sich eine Konkretisierung der ökologischen Wertigkeit des Gebiets, etwa bei der Energieeffizienz. Dies müsse bei jedem neuen Gebiet bedacht werden.

Genau diese Konkretisierung erfolgt bei der Auslobung des Wettbewerbs. Diese soll verwaltungsintern – so der Kompromissvorschlag des OB – noch in diesem Jahr vorbereitet werden. „Das können wir, aber das Geld für den Wettbewerb müssten wir suchen.“ Die Realität sei, dass der Haushalt 2020 negativ abschließen werde, betonte Eberhardt.

  • Wie geht es weiter? Der Bau- und Umweltausschuss folgte der Empfehlung, entscheiden wird der Gemeinderat in der kommenden Sitzung am Donnerstag, 14. Mai.

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